Thekla Hölzer, geb. Sichel


Kurzbiografie:

  • geboren am 21. Oktober 1876
  • in den Selbstmord getrieben am 7. März 1945

Thekla Hölzer (geborene Sichel) kam am 21. Oktober 1876 als elftes Kind von Aaron Moses Sichel, einem Kistenfabrikanten, und Fanny Sichel (geborene Bissinger) auf die Welt. Sie war die ältere Schwester von Johanna Sichel, einer Schülerin und späteren Lehrerin der Höheren Mädchenschule (HMS). Nach ihrer Schulzeit an der HMS gehen die Spuren ihres weiteren Lebens zunächst verloren. Am 29. Dezember 1922 heiratete sie Heinrich Georg David Wilhelm Hölzer in Mainz. Ihr fünf Jahre jüngerer Mann wurde am 31. Januar 1881 geboren, war Facharzt für Lungenleiden und praktizierte bis 1940. Da Thekla Hölzers Mann Nichtjude war, lebten die beiden in einer sogenannten ‚Mischehe’, die den rasseideologischen Vorstellungen der Nationalsozialisten widersprach. Trotz der offenen und latenten Bedrohungen blieb ihr Mann auch in dieser schwierigen Zeit an ihrer Seite. Ihre Ehe blieb kinderlos. Das Paar lebte in der Stiftsstraße 7. Aus Angst vor einer drohenden Deportation, wählte Thekla, genannt Emmy, die ihr einzig möglich erscheinende Entscheidung zu entkommen, nämlich die Flucht in den Tod. Thekla Hölzer beging am 7. März 1945 Suizid. Ihr Mann starb 16 Tage später im Krankenhaus.


Text: Reinhard Frenzel

Redaktionelle Bearbeitung: HdE



Straßenansicht der Stiftstraße 7 heute.

Der Stolperstein für Thekla Hölzer wurde am 13. März 2013 in der Stiftstraße 7 verlegt.

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