Adolf Ernst und Hannelore Löwensberg



Adolf Ernst Löwensberg

  • geboren am 30. Juni 1911
  • 1942 nach Piaski deportiert

Hannelore Löwensberg, geb. Baumgarten

  • geboren am 11. Oktober 1919
  • 1942 ermordet in Piaski

Adolf Ernst Löwensberg wurde am 30. Juni 1911 als Sohn des Rechtsanwaltes Max Löwensberg und der Nürnbergerin Eugenie Kohn geboren. Adolf Ernst verlor sehr früh seine Eltern: 1921 starb seine Mutter und zehn Jahre später, im Jahr 1931, starb sein Vater. Als er Hannelore Baumgarten 1936 näher kennenlernte, blieb er aufgrund dieser Bekanntschaft allein in Deutschland zurück. Seine beiden Schwestern schafften es, 1933 und 1939 ins Ausland zu fliehen. Als ausgebildeter Kaufmann, Brauereibesitzer und Mälzer war er neben seiner Großmutter Amalie Löwensberg und seinen beiden Onkeln Hugo und Fritz für den Familienbesitz verantwortlich.


Kennkarte von Adolf Ernst Löwensberg © Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland

Hannelore Löwensberg (geborene Baumgarten) wurde am 11. Oktober 1919 als Tochter von Bella Baumgarten (geborene Schestowitz) und des Textilfabrikanten Joseph Baumgarten geboren. Ihre Eltern lebten in der Jacob-Dieterich-Straße 30. Hannelores Vater verstarb bereits 1930. Von 1926 bis zum Schuljahr 1933/34 besuchte sie die Höhere Mädchenschule, die sie dann wegen der Diskriminierung jüdischer Schülerinnen verließ, um auf die Jüdische Bezirksschule in der Nähe der Synagoge zu gehen. Auf den Deportationslisten ist bei ihr der Beruf Schneiderin angegeben. 1936 zogen Hannelore, ihre Mutter Bella sowie ihre Tante Paula und ihre Großmutter Katharina in die Taunusstraße 45.


Kennkarte von Hannelore Löwensberg © Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland

1941 heirateten Hannelore Baumgarten und Adolf Ernst Löwensberg und noch im selben Jahr wurde das junge Paar in das ‚Judenhaus‘ in der Grebenstraße 12 eingewiesen. Dieses Haus, ursprünglich im Besitz der Großmutter Amalie Löwensberg, war 1939 in ein sogenanntes ‚Judenhaus‘ umgewandelt worden. Hier lebten zehn bis fünfzehn Personen auf engstem Raum. Auch für Adolf Ernst und Hannelore Löwensberg war dieses ‚Judenhaus‘ die letzte Station vor der Deportation. Sie wurden am 23. März 1942 zusammen mit Hannelores Mutter Bella Baumgarten mit dem ersten Transport von Mainzer Jüdinnen*Juden in das Lager Piaski deportiert. Ihr letztes Lebenszeichen ist eine Postkarte aus Piaski, in der sie die katastrophalen Zustände im Lager andeuten, in der sich aber auch ihr Überlebenswille und der Vorsatz, mit dieser Situation fertig zu werden, zeigen. Adolf Ernst Löwensberg und seine Frau wurden von Piaski aus in ein Vernichtungslager deportiert und ermordet.


Text: Reinhard Frenzel

Redaktionelle Bearbeitung: HdE





Die Stolpersteine für Adolf Ernst und Hannelore Löwensberg wurden am 13. März 2013 in der Taunusstraße 51 verlegt.

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