{"id":983,"date":"2020-10-30T01:00:13","date_gmt":"2020-10-30T00:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=983"},"modified":"2020-12-09T11:04:26","modified_gmt":"2020-12-09T10:04:26","slug":"familie-hoexter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-hoexter\/","title":{"rendered":"Familie H\u00f6xter"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-top is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\nngg_shortcode_0_placeholder\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Elias H\u00f6xter<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 8. September 1862 in Gem\u00fcnden an der Wohra<\/li><li>Deportiert nach Theresienstadt am 27. September 1942, ermordet am 18. Oktober 1942 in Theresienstadt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Simon H\u00f6xter<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 25. November 1890 in Gem\u00fcnden an der Wohra<\/li><li>Deportiert nach Buchenwald am 22. Mai 1941, ermordet am 11. August 1942 in Buchenwald<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"has-background wp-block-heading\" style=\"background-color:#aec2d4\">Pogromnacht \u2013 Deportationen nach Buchenwald<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-background\">In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden im gesamten Deutschen Reich Pogrome gegen J\u00fcdinnen*Juden statt. Diese sogenannte \u201aNovemberpogromnacht\u2019 wurde von den Nationalsozialisten auch zynisch als \u201aReichskristallnacht\u2019 bezeichnet. Verw\u00fcstet wurden Synagogen, Wohnungen und Gesch\u00e4fte von J\u00fcdinnen*Juden und es kam zu Misshandlungen der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung durch die SA und viele Anh\u00e4nger*innen des NS-Regimes. Anlass und vorgeschobene Begr\u00fcndung daf\u00fcr war der Anschlag auf den Botschaftsrat Ernst Eduard vom Rath, der nach dem vom 17-j\u00e4hrigen Juden Herschel Gr\u00fcnszpan in Paris ver\u00fcbten Attentat seinen Verletzungen erlegen war. Auch in Mainz verursachte das Novemberpogrom gro\u00dfes Leid f\u00fcr die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung. Die orthodoxe Synagoge in der Flachsmarktstra\u00dfe\/Ecke Margarethenstra\u00dfe wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nationalsozialisten verw\u00fcstet und durch Feuer stark besch\u00e4digt. Ebenso wurde die Mainzer Hauptsynagoge in der Hindenburgstra\u00dfe\/Ecke Josefsstra\u00dfe in dieser Nacht gepl\u00fcndert und in Brand gesetzt. Die Hauptsynagoge brannte gemeinsam mit der angrenzenden j\u00fcdischen Bezirksschule, der Bibliothek und der Verwaltung nieder. Die Feuerwehr durfte den Brand nicht l\u00f6schen und war lediglich vor Ort, um ein \u00dcbergreifen der Flammen auf umliegende Geb\u00e4ude zu verhindern. Am 17. November 1938 wurden die Reste der Synagoge gesprengt, wobei die j\u00fcdische Gemeinde Mainz f\u00fcr die Kosten der Sprengung und die sich anschlie\u00dfenden Aufr\u00e4umarbeiten aufkommen musste. Die \u201aGestapo\u2019 verhaftete infolge des Novemberpogroms zahlreiche m\u00e4nnliche Juden, um sie anschlie\u00dfend in Konzentrationslager wie Buchenwald und Dachau zu deportieren. In den Lagern wurden auch die Mainzer Juden \u00fcber mehrere Wochen inhaftiert, gequ\u00e4lt und misshandelt. Auch Simon H\u00f6xter, der Neffe Elias H\u00f6xters, wurde infolge der Novemberpogromnacht, wie viele andere Mainzer Juden, in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, wo er erst im Dezember 1938 wieder entlassen wurde.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Elias H\u00f6xter wurde 1862 in Gem\u00fcnden an der Wohra geboren, war Kaufmann und kam 1896 nach Mainz. 1901 stieg er hier als Mitinhaber in die Textilhandlung J. B. Hamburg ein, die er 1918 \u00fcbernahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Simon H\u00f6xter, 1890 ebenfalls in Gem\u00fcnden an der Wohra geboren, war sein Neffe, der Sohn seines Bruders Seligmann. Er erlernte zun\u00e4chst das Schuhmacherhandwerk, arbeitete sp\u00e4ter im Kaufmannsberuf und kam 1924\/25 nach Mainz, wo er Mitinhaber in der Firma seines Onkels wurde. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Soldat gedient.<\/p>\n\n\n\n<p>Elias H\u00f6xter wohnte seit 1931 in der Boppstra\u00dfe 8 und lie\u00df seinen Vornamenseintrag 1934 in \u201eEmil\u201c \u00e4ndern, um als Jude angesichts zunehmender Repressionen nicht so schnell erkannt zu werden. 1938 endete der Firmeneintrag J. B. Hamburg in den Verzeichnissen. Wahrscheinlich musste die Textilhandlung unter dem Druck des NS-Regimes geschlossen werden, eine \u201a<a href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/glossary\/arisierung\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/glossary\/arisierung\/\">Arisierung<\/a>\u2019 ist nicht aktenkundig belegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Simon H\u00f6xter wurde im September 1938 wegen angeblicher \u201aDevisenvergehen\u2019, wie sie J\u00fcdinnen*Juden h\u00e4ufig vorgeworfen wurden, \u00fcber zwei Wochen lang von den NS-Beh\u00f6rden in der Mainzer Haftanstalt inhaftiert. Ein Prozess erfolgte nicht. Im Zuge des <a href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/glossary\/novemberpogrom\/\" data-type=\"glossary\" data-id=\"919\">Pogroms<\/a> am 9.\/10. November 1938 deportierte man ihn \u2013 wie so viele j\u00fcdische M\u00e4nner nach dieser Nacht \u2013 in das KZ Buchenwald. Seine Entlassung erfolgte am 12. Dezember desselben Jahres. Doch die vermeintliche \u201eFreiheit\u201c dauerte nur zwei Jahre, in denen er wie die meisten j\u00fcdischen M\u00e4nner zu Arbeitseins\u00e4tzen zwangsverpflichtet worden war. Wo Simon H\u00f6xter als Zwangsarbeiter t\u00e4tig war, ist nicht dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>1940 zog Simon H\u00f6xter mit seinem damals 78-j\u00e4hrigen Onkel in die Flachsmarktstra\u00dfe 26. Am 26. November jenes Jahres setzte man ihn in der Haftanstalt Darmstadt fest, entlie\u00df ihn aber am 17. Dezember wieder. Eine erneute Inhaftierung erfolgte vom 29. April bis zum 16. Mai 1941. Am 22. Mai \u00fcberstellte das NS-Regime ihn abermals in das KZ Buchenwald. Grund waren angebliche \u201eDifferenzen im Betrieb\u201c, die aber nicht genauer benannt wurden \u2013 die Inhaftierung erfolgte offensichtlich als reine Schikane. Im KZ Buchenwald wurde er einem Arbeitskommando zugeteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den kleinen Geldsendungen seines Onkels Elias gab Simon H\u00f6xter einen Teil als Spende f\u00fcr Reparaturen in Block 41 des KZ Buchenwald ab, in dem er untergebracht war. In Mainz setzte Elias H\u00f6xter alles in Bewegung, um die Freilassung seines Neffen zu erreichen, doch alle seine Bem\u00fchungen blieben erfolglos. Die Gestapo reagierte mit der Feststellung, dass \u201eweitere Eingaben zwecklos\u201c seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hatten die Nazis Elias und Simon H\u00f6xter in das \u201a<a href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/glossary\/judenhaus\/\" data-type=\"glossary\" data-id=\"287\">Judenhaus<\/a>\u2019 in der Adam-Karrillon-Stra\u00dfe 54 auf engstem Raum einquartiert, wohin Simon H\u00f6xter allerdings nie zur\u00fcckkehrte. Am 11. August 1942 starb er im H\u00e4ftlingskrankenbau des KZ Buchenwald an den Folgen der KZ-Haft.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Elias H\u00f6xter wurde am 27. September 1942 in das Getto Theresienstadt deportiert und verstarb dort am 18. Oktober im Alter von 80 Jahren aufgrund der menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Buchenwald-Kartei mit Simon H\u00f6xters pers\u00f6nlichen Dingen, die er bei seiner Einlieferung hatte abgeben m\u00fcssen, hat die Lagerleitung vermerkt: \u201eDer Nachlass wurde am 29. September 1942 an die Kripostelle Mainz zur Aush\u00e4ndigung an den Onkel des Verstorbenen gesandt.\u201c Der Empf\u00e4nger allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits deportiert.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"542\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-1024x542.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1376\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-1024x542.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-300x159.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-768x407.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-1536x814.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-2048x1085.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/StolpersteinHoexter-scaled-e1604322411196-150x79.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><sub>Foto: HdE<\/sub><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Verfasserin: Renate Knigge-Tesche<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Knigge-Tesche, Renate: Simon H\u00f6xter, in: Knigge-Tesche, Renate und Br\u00fcchert, Hedwig (Hrsg.): Der Neue J\u00fcdische Friedhof in Mainz. Biographische Skizzen zu Familien und Personen, die hier ihre Ruhest\u00e4tte haben (Sonderheft der Mainzer Geschichtsbl\u00e4tter). Mainz 2013, S. 128\u2013132.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"653\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/aktuelle_Hausansicht.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-987\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/aktuelle_Hausansicht.png 980w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/aktuelle_Hausansicht-300x200.png 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/aktuelle_Hausansicht-768x512.png 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/aktuelle_Hausansicht-150x100.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stolpersteine wurden am 17. April 2019 in der Flachsmarktstra\u00dfe 26 verlegt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2564.4350779569586!2d8.268021315258977!3d50.00319997941609!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd97033d5ae88b%3A0xa3058be523728f76!2sFlachsmarktstra%C3%9Fe%2026%2C%2055116%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1604014775111!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" aria-hidden=\"false\" tabindex=\"0\"><\/iframe>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elias H\u00f6xter Geboren am 8. September 1862 in Gem\u00fcnden an der Wohra Deportiert nach Theresienstadt am 27. September 1942, ermordet am 18. Oktober 1942 in Theresienstadt Simon H\u00f6xter Geboren am 25. 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