{"id":5928,"date":"2026-02-20T13:10:11","date_gmt":"2026-02-20T12:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=5928"},"modified":"2026-02-20T13:15:53","modified_gmt":"2026-02-20T12:15:53","slug":"siegfried-josef-und-antonie-selig","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/siegfried-josef-und-antonie-selig\/","title":{"rendered":"Siegfried Josef und Antonie Selig"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"874\" height=\"880\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Siegfried_Josef.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5929\" style=\"width:250px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Siegfried_Josef.jpg 874w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Siegfried_Josef-298x300.jpg 298w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Siegfried_Josef-150x150.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Siegfried_Josef-768x773.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 874px) 100vw, 874px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"kurzbiografie\">Siegfried Josef Selig<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 10. Mai 1868 in Hechtsheim<\/li>\n\n\n\n<li>gestorben am 30. September 1942 in Gouda (Niederlande)<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"889\" height=\"891\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Antonie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5930\" style=\"width:250px\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Antonie.jpg 889w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Antonie-300x300.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Antonie-150x150.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Selig_Antonie-768x770.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 889px) 100vw, 889px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Antonie Selig, geb. Kahn<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 12. Januar 1874 in B\u00fcdesheim bei Friedberg<\/li>\n\n\n\n<li>deportiert am 23. April 1943 nach Sobib\u00f3r und dort ermordet<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Die weit verzweigte Familie Selig wohnte \u00fcber mehrere Generationen in Hechtsheim und verdiente ihren Lebensunterhalt als Frucht-, Getreide- und Viehh\u00e4ndler, seit Simon Selig I., 1783 in Wiesenbronn bei W\u00fcrzburg geboren, im Jahr 1813 in Hechtsheim eingeb\u00fcrgert worden war. Er war Siegfried Josefs Gro\u00dfvater.<\/p>\n\n\n\n<p>Siegfried Josef Selig (urspr\u00fcnglich Siegfried Gustav genannt) wurde am 10. Mai 1868 in Hechtsheim geboren. Er war eines von sechs Kindern des 1834 geborenen Fruchth\u00e4ndlers Ludwig Selig und dessen erster, 1873 jung verstorbenen Frau Esther, geborene Sondheimer. Im Februar des Jahres 1900 heiratete er die aus B\u00fcdesheim bei Friedberg stammende Antonie Kahn, dort am 12. Januar 1874 geboren. Siegfried Josef Selig betrieb einen Futtermittel- und Landhandel und wohnte mit seiner Familie im eigenen Haus in der damaligen Breite Stra\u00dfe 2 (1933 bis 1945 in Hindenburgstra\u00dfe umbenannt, heute B\u00fcrgermeister-Keim-Stra\u00dfe).<\/p>\n\n\n\n<p>1901 bzw. 1904 kamen die T\u00f6chter Emma und C\u00e4cilie zur Welt. Nach dem Besuch der ersten Hechtsheimer Volksschuljahre gingen beide vom 1911 bis 1916 bzw. 1914 bis 1919 in die H\u00f6here M\u00e4dchenschule Mainz. Emma heiratete 1923 den Kaufmann Siegmund Weis aus dem heute zu Wiesbaden geh\u00f6renden Nordenstadt, C\u00e4cilie f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter dessen j\u00fcngeren Bruder Max Weis, ebenfalls Kaufmann von Beruf. Die Br\u00fcder waren Inhaber eines von ihrem Gro\u00dfvater und Vater \u00fcbernommenen Gro\u00dfhandels f\u00fcr Getreide, Futtermittel und sonstige Landprodukte, der 1917 nach Wiesbaden verlegt worden war. Insofern wird es zwischen den Familien neben privaten auch berufliche Kontakte gegeben haben. W\u00e4hrend C\u00e4cilie und Max kinderlos blieben, wurde Emma und Siegmund 1924 die Tochter Ruth Ingeborg geboren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits fr\u00fch in der NS-Zeit begann in Hechtsheim die Drangsalierung von Siegfried Josef und Antonie Selig. Ihre Tochter Emma war im August 1933 mit Mann und Tochter ins niederl\u00e4ndische Rotterdam gezogen, wohin Siegmund und Max Weis gesch\u00e4ftliche Beziehungen unterhielten. Emmas Eltern stellten im Dezember 1933 den Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses, um sie zu besuchen. Das Kreisamt Mainz, inzwischen unter Nazi-Leitung, lehnte dies nach Steinw\u00fcrfen gegen Fenster j\u00fcdischer Familien und der In-\u201aSchutzhaft\u2019-Nahme j\u00fcdischer Hechtsheimer B\u00fcrger ab mit der Begr\u00fcndung, \u201edass der Jude Selig \u00fcber diese Vorkommnisse im Ausland entstellte und dem deutschen Ansehen abtr\u00e4gliche Erz\u00e4hlungen verbreiten\u201c werde. Zynisch wurde noch hinzugef\u00fcgt: \u201eSelig wird daher keineswegs wieder in das Ausland reisen, sondern in Hechtsheim Mu\u00dfe haben, etwaige kommunale oder private Schulden abzudecken.\u201c Zu letzterer Unterstellung gab es allerdings \u00fcberhaupt keinen Grund.<\/p>\n\n\n\n<p>An Auswanderung zu denken, war unter diesen Voraussetzungen aussichtslos. In den Folgejahren wird es Siegfried Josef Selig immer schwerer gefallen sein, seine Produkte zu verkaufen, denn Gesch\u00e4fte von J\u00fcdinnen*Juden wurden allerorts boykottiert und sukzessive verboten. In der Pogromnacht des 9.\/10. November 1938 wurde das Haus der Seligs vollst\u00e4ndig verw\u00fcstet. An ein Bleiben war also nicht zu denken. Die Abmeldung der Eheleute nach Rotterdam Mitte Dezember jenes Jahres scheiterte. So blieb den Seligs unter dem Druck der politischen Verh\u00e4ltnisse nur \u00fcbrig, sich am 22. Dezember 1938 nach Wiesbaden in die Gartenfeldstra\u00dfe 15 \u2013 das Haus geh\u00f6rte den Br\u00fcdern Weis \u2013 abzumelden und Hechtsheim zu verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Wiesbaden aus gelang dem Ehepaar Selig im Januar 1939 die Flucht in die Niederlande. Allerdings sa\u00dfen sie dort nach dem Einmarsch der Wehrmacht im Mai 1940 in einer ausweglosen Falle. Ihre letzte bekannte Wohnadresse ist Oosthaven 31, das Zentrale J\u00fcdische Altersheim der Stadt Gouda. Siegfried Josef Selig starb dort am 30. September 1942 mit 74 Jahren und wurde auf dem j\u00fcdischen Friedhof in Gouda beerdigt. Am 9. April 1943, einem Freitagabend und damit dem Beginn des Shabbat, wurden alle Bewohner des j\u00fcdischen Altersheim Gouda, unter ihnen Antonie Selig, zum Verlassen des Hauses gezwungen und in das Konzentrations- und Transitlager Westerbork verbracht. Von dort wurde Antonie Selig wenig sp\u00e4ter, am 23. April 1943, nach Sobib\u00f3r in den Tod deportiert. Sie war damals 70 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tochter C\u00e4cilie und deren Mann Max Weis gelang 1939 die Flucht nach S\u00fcdafrika. Tochter Emmas Mann Siegmund Weis starb im Februar 1940 in Rotterdam und wurde dort beerdigt. Emma und ihre Tochter Ruth Ingeborg wurden im Zuge der zahlreichen Verhaftungen der in den Niederlanden lebenden Juden ebenfalls in Westerbork inhaftiert, von dort nach Auschwitz bzw. Sobib\u00f3r deportiert und ermordet.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Text: Renate Knigge-Tesche<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Quellenhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Community Joods Monument, Niederlande, URL:&lt;<a href=\"https:\/\/www.joodsmonument.nl\/en\/\">https:\/\/www.joodsmonument.nl\/en\/<\/a>&gt;<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz, Best. VOA 12\/551, B\u00fcrgerregister Hechtsheim 1803\u20131872; Geburtenregister Hechtsheim 1868 Nr. 28, Heiratsregister Hechtsheim 1863 Nr. 8, Sterberegister Hechtsheim 1873 Nr. 22; Geburtenregister Hechtsheim 1901 Nr. 62 und 1904 Nr. 26, Heiratsregister Hechtsheim 1923 Nr. 1 und 1928 Nr. 10; Adressb\u00fccher der Stadt Mainz, ab 1908 inkl. Gemeinde Hechtsheim; Best. VOA 12\/359 fol. 120 f u. 125 f.; Best. VOA 12\/2226.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Gouda und Stiftung Gouds Metaheerhuis; Herinneringscentrum Kamp Westerbork, Niederlande.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Die Stolpersteine f\u00fcr Siegfried Josef und Antonie Selig wurden am 24. Juni 2013 in der B\u00fcrgermeister-Keim-Stra\u00dfe 2 in Mainz-Hechtsheim verlegt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2566.7145321287717!2d8.278439976219179!3d49.960457271502676!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd90b7f1ef4f47%3A0x9fe07f9e15326f50!2sB%C3%BCrgermeister-Keim-Stra%C3%9Fe%202-4%2C%2055129%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1771589001564!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegfried Josef Selig Antonie Selig, geb. 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