{"id":4915,"date":"2024-07-03T10:29:03","date_gmt":"2024-07-03T08:29:03","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=4915"},"modified":"2024-07-03T11:35:28","modified_gmt":"2024-07-03T09:35:28","slug":"adolf-otto-herz-und-johanna-herz-geb-mandelbaum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/adolf-otto-herz-und-johanna-herz-geb-mandelbaum\/","title":{"rendered":"Adolf Otto Herz und Johanna Herz, geb. Mandelbaum"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Adolf Otto Herz<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 19. September 1870 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 28. November 1942 in Theresienstadt<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Johanna Herz, geb. Mandelbaum<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 26. April 1879 in Mannheim<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 2. Januar 1943 in Theresienstadt<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Adolf Otto Herz kam am 19. September 1870 als drittj\u00fcngstes von neun Kindern des Kaufmanns und Lederh\u00e4ndlers Siegmund Herz und seiner Frau Hortense, geborene Sichel, in Mainz zur Welt. Er geh\u00f6rte der dritten Generation seiner Familie in Mainz an: Der Gro\u00dfvater war einst von Weilburg nach Mainz gezogen. Zwei Geschwister von Adolf Otto Herz starben bereits im Kindesalter, andere zogen als junge Erwachsene nach England und in die USA.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 3. Juni 1911 heiratete er in Mannheim Johanna Mandelbaum, die dort am 26. April 1879 geboren worden war. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor. Die Tochter Lieselotte starb bereits im Alter von sieben Jahren an Windpocken. Der 1917 geborene Sohn Richard besuchte sp\u00e4ter das Alte Gymnasium, die Vorg\u00e4ngerschule des heutigen Rhabanus-Maurus-Gymnasiums in Mainz. Im Alter von 20 Jahren gelang es ihm 1937, mithilfe von in den USA lebenden Verwandten dorthin zu fliehen. Er hatte zun\u00e4chst M\u00fche, beruflich Fu\u00df zu fassen. Dennoch f\u00fchrte er sp\u00e4ter ein erfolgreiches Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Adolf Otto Herz hatte sich beruflich dem Bankfach zugewandt. \u00dcber seine Ausbildung ist leider nichts bekannt. Seit 1910 betrieb Adolf Otto Herz als Inhaber zusammen mit Bernhard Weis das Bankgesch\u00e4ft \u201eWeis, Herz u. Co.\u201c mit Sitz in der Bahnhofstra\u00dfe 8. Dies war eine der damals zahlreichen kleineren Privatbanken. Gerade dadurch, dass keine Genehmigung oder Lizenz erforderlich war, war die Gr\u00fcndung einer Bank zur damaligen Zeit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach. Von Beginn an war das Bankgesch\u00e4ft \u201eWeis, Herz u. Co.\u201c als Niederlassung eng verbunden mit der Mitteldeutschen Kreditbank, eine damals h\u00e4ufige Verbindung zwischen Privatbanken, um r\u00e4umlich erweiterte Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten zu nutzen und die \u00dcbernahme durch die stark expandierenden gro\u00dfen Berliner Aktienbanken abzuwehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens nach Ende des Ersten Weltkriegs errichtete die Mitteldeutsche Kreditbank offiziell eine Filiale in Mainz, deren Direktoren nun Adolf Otto Herz und Bernhard Weis wurden. Die Bank hatte ihren Sitz am Schillerplatz 3, einer renommierten Mainzer Gesch\u00e4ftsadresse. Mit der beginnenden Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, von der viele Bankh\u00e4user betroffen waren, \u00fcbernahm die Commerz- und Privatbank AG Berlin (heutige Commerzbank AG) die Mitteldeutsche Kreditbank. Die Mainzer Filiale existierte somit nicht mehr. Zu Jahresbeginn 1929 hatte die Commerz- und Privatbank auch das Mainzer Bankhaus Kronenberger \u00fcbernommen. Der bisherige Direktor Adolf Otto Herz musste im Alter von 60 Jahren ausscheiden, auch Bernhard Weis durfte nur wenig l\u00e4nger bleiben. Adolf Otto Herz, jetzt Bankdirektor a. D., setzte seine beruflichen Erfahrungen daraufhin in einem privaten Gesch\u00e4ft f\u00fcr Versicherungen und Immobilien ein.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4918\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-1024x732.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-300x214.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-768x549.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-1536x1098.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-2048x1464.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/B_5.1_Abt_IV_1049_Seite_1-150x107.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kennkarte von Adolf Otto Herz (\u00a9 <a href=\"https:\/\/zentralarchiv-juden.de\/fileadmin\/user_upload\/bis2016dateien\/B_5.1_Abt_IV_1049.pdf\">Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Nach der Heirat 1911 waren Adolf Otto und Johanna Herz in die Parkusstra\u00dfe 4 gezogen, verlegten ihren Wohnsitz jedoch schon bald in die Uferstra\u00dfe 13, wo sie bis 1925 wohnten. Danach zogen sie in die Schulstra\u00dfe 16 1\/10 (heute: Adam-Karrillon-Stra\u00dfe) und schlie\u00dflich 1932 in das Haus Am Stiftswingert 19, wo Adolf Herz weiter ein B\u00fcro f\u00fcr Versicherungen, Immobilien und Hypothekenvermittlung hatte. Die \u201aArisierung\u2018, d. h. die Verdr\u00e4ngung der J\u00fcdinnen*Juden aus dem Wirtschaftsleben, f\u00fchrte 1936 zur Aufgabe seiner T\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der vom NS-Regime erzwungenen Einweisung j\u00fcdischer Mainzer*innen in sogenannte \u201aJudenh\u00e4user\u2018, um sie besser kontrollieren und sp\u00e4ter deportieren zu k\u00f6nnen, mussten Adolf Otto und Johanna Herz zwangsweise in das Haus Hopfengarten 9 ziehen. Dort lebten sie zu zweit in einem Raum und mussten sich die K\u00fcche mit allen anderen Bewohner*innen teilen. Am 27. September 1942 wurden sie von Mainz \u00fcber Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Die Deportationsliste ist zynischerweise mit \u201eWohnsitzverlegung nach Theresienstadt\u201c \u00fcberschrieben. Adolf Otto Herz starb aufgrund der elenden Bedingungen und dem Hunger am 28. November 1942 im Alter von 72 Jahren im Ghetto Theresienstadt, seine Frau mit 63 Jahren am 2. Januar 1943.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Text: Renate Knigge-Tesche und Gernot Zeitlinger<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Ancestry: Heiratsregister Mannheim 1911 Bd. 2 Nr. 587.<\/p>\n\n\n\n<p>Ancestry: Einb\u00fcrgerungsregister Richard Herz New York.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Geburtenregister Mainz 1870 Nr. 1499.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Familienregister Nr. 439 J.B. und Nr. 13691.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: NL Oppenheim 51,20 u. 51,21c.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Adressb\u00fccher der Stadt Mainz inkl. Firmenverzeichnisse 1911\u20131938. <\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Deportationsliste vom 27. September 1942 nach Theresienstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Theresienst\u00e4dter Gedenkbuch.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2565.2029690351837!2d8.280382476920996!3d49.98880402049534!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd973e68b0efb3%3A0xa965a5c9becf0593!2sAm%20Stiftswingert%2019%2C%2055131%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1719994926804!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Stolpersteine wurden am 8. November 2017 Am Stiftswingert 19 verlegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adolf Otto Herz Johanna Herz, geb. Mandelbaum Adolf Otto Herz kam am 19. September 1870 als drittj\u00fcngstes von neun Kindern des Kaufmanns und Lederh\u00e4ndlers Siegmund Herz und seiner Frau Hortense, geborene Sichel, in Mainz zur Welt. 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