{"id":4877,"date":"2024-07-02T12:18:20","date_gmt":"2024-07-02T10:18:20","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=4877"},"modified":"2024-07-02T12:18:20","modified_gmt":"2024-07-02T10:18:20","slug":"theodor-alfred-fridberg-und-johanna-fridberg-geb-kahn","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/theodor-alfred-fridberg-und-johanna-fridberg-geb-kahn\/","title":{"rendered":"Theodor Alfred Fridberg und Johanna Fridberg, geb. Kahn"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"516\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-1024x516.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4886\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-1024x516.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-300x151.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-768x387.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-1536x773.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-2048x1031.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Fam_klein-1-150x76.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stolpersteine f\u00fcr Theodor Alfred und Johanna Fridberg<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Theodor Alfred Fridberg<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 23. Oktober 1887 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>Am 25. M\u00e4rz 1942 nach Piaski bei Lublin deportiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Johanna Fridberg, geb. Kahn<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 29. Mai 1894 in Diedenbergen (heute Stadtteil von Hofheim im Taunus)<\/li>\n\n\n\n<li>Am 25. M\u00e4rz 1942 nach Piaski bei Lublin deportiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><br>Theodor Alfred Fridberg stammte aus einer alteingesessenen, weit verzweigten j\u00fcdischen Mainzer Familie, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts hier beheimatet war. Er wurde am 23. Oktober 1887 in Mainz geboren. Seine Eltern waren der Schirmmacher Sigmund Fridberg und dessen Frau Bertha. Sigmund Fridberg war ein in Mainz bekannter Gesch\u00e4ftsmann und Sozialdemokrat; Ende 1898 Mitbegr\u00fcnder des Mainzer Carneval Clubs (MCC) und dessen langj\u00e4hriger Pr\u00e4sident. Auch sein Sohn Alfred geh\u00f6rte zu den Aktiven des Clubs: Er entwarf dessen Fastnachtsorden. Der Ausschluss der J\u00fcdinnen*Juden aus allen Vereinen, der schon 1933 begann, traf auch Sigmund und Alfred Fridberg.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"718\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC-1024x718.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4891\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC-300x210.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC-768x538.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC-150x105.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Das-Komitee-des-MCC-1927-Theodor-Alfred-Fridberg-mittlere-Reihe-rechts-Quelle-Archiv-MCC.jpg 1392w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Kommitee des MCC, 1927 (Theodor Alfred Fridberg, mittlere Reihe rechts) \u00a9 Archiv des MCC<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Alfred Fridberg, der aus dem Ersten Weltkrieg verwundet zur\u00fcckgekehrt war, war als gelernter Kaufmann in der Firma seines Vaters t\u00e4tig, die in handwerklicher Tradition Schirme, Gartenschirme und St\u00f6cke f\u00fcr die Bauern auf dem Mainzer Markt herstellte. Zudem gab es ein Ladengesch\u00e4ft, in dem auch Pfeifen und Raucherartikel zum Angebot geh\u00f6rten und das lange als Gesch\u00e4ftsstelle des MCC diente. Seit 1919 war Alfred Fridberg mit Johanna Kahn verheiratet, die am 29. Mai 1894 in Diedenbergen (heute Stadtteil von Hofheim am Taunus) geboren worden war. Sie arbeitete im Gesch\u00e4ft der Schwiegereltern mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eheleute hatten zwei T\u00f6chter: die am 8. M\u00e4rz 1920 geborene Margot und die am 23. Mai 1924 geborene Gertrud. Gertrud besuchte, nachdem j\u00fcdische Kinder aus den \u00f6ffentlichen Schulen verdr\u00e4ngt worden waren, die j\u00fcdische Bezirksschule und konnte im Januar 1939, mit 14 Jahren, in einem der Kindertransporte nach England gerettet werden. Dort heiratete sie sp\u00e4ter und gr\u00fcndete eine Familie. Margot hatte nach Grundschuljahren in der Goetheschule zun\u00e4chst die H\u00f6here M\u00e4dchenschule, danach die j\u00fcdische Bezirksschule besucht und anschlie\u00dfend eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung bei \u201eNathan und Stern\u201c absolviert, einem Gro\u00dfhandel f\u00fcr Kurz-, Wei\u00df- und Wollwaren. Aufgrund der Freundschaft zu einem nichtj\u00fcdischen jungen Mann wurde sie wegen angeblicher \u201aRassenschande\u2018 im Dalberger Hof, dem damaligen Mainzer Polizeigef\u00e4ngnis in der Klarastra\u00dfe 4, inhaftiert. Durch Beziehungen ihres Vaters wurde sie dort \u00fcber Nacht herausgeholt, in einen Zug nach Holland gesetzt und konnte von dort im Mai 1939, mit 19 Jahren, nach England fliehen. Danach f\u00fchrte ihr Weg in die USA; 1953 kam sie jedoch nach Mainz zur\u00fcck und verstarb hier 2012 mit fast 92 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das Fridbergsche Gesch\u00e4ft auf Druck der Nationalsozialisten bald nach deren Macht\u00fcbernahme geschlossen werden musste, wurde Alfred Fridberg Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Schuhhauses Lingel in der Schillerstra\u00dfe, gegen\u00fcber dem Proviantamt, der Mainzer Filiale eines Herstellers von Qualit\u00e4ts-Herrenschuhen mit damaligem Firmensitz in Erfurt. Im Zuge der \u201aArisierung\u2018 und der gleichzeitigen Verdr\u00e4ngung der J\u00fcdinnen*Juden aus leitenden T\u00e4tigkeiten musste er diese Arbeit aufgeben und wurde, nach den Angaben des Adressbuchs, \u201eVertreter\u201c. Die Familie, die anfangs in der Jakob-Dieterich-Stra\u00dfe 1, seit 1932 in der Insel 6 nahe dem Schillerplatz gewohnt hatte, zog 1935 in die Erthalstra\u00dfe 10. In der Pogromnacht des 9.\/10. November 1938 wurde diese Wohnung demoliert, gepl\u00fcndert und die Familie von Nachbar*innen bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Alfred und Johanna Fridberg wurden, nachdem die T\u00f6chter inzwischen in Sicherheit gebracht werden konnten, 1941 zum Umzug in die Kaiserstra\u00dfe 21 gezwungen, in eines der Mainzer \u201aJudenh\u00e4user\u2018. Dort mussten sie in einem Zimmer auf engstem Raum leben und die K\u00fcche mit allen weiteren Menschen auf dieser Etage teilen. Wie alle noch in Mainz verbliebenen J\u00fcdinnen*Juden sollten sie dadurch besser kontrolliert und schlie\u00dflich deportiert werden k\u00f6nnen. Alfred und Johanna Fridberg wurden am 25. M\u00e4rz 1942 in einem Transport mit 1.000 Menschen \u00fcber Darmstadt in das Ghetto Piaski bei Lublin deportiert und bald darauf ermordet.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Text: Renate Knigge-Tesche<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Knigge-Tesche, Renate: Familie Fridberg, In: Knigge-Tesche, Renate\/ Br\u00fcchert, Hedwig (Hg.): Der Neue J\u00fcdische Friedhof in Mainz. Biographische Skizzen zu Familien und Personen, die hier ihre Ruhest\u00e4tte haben (Sonderheft der Mainzer Geschichtsbl\u00e4tter), Mainz 2013, S. 90\u201397.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"697\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-1024x697.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4890\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-1024x697.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-300x204.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-768x523.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-1536x1046.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-2048x1395.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Fridberg-Haus-150x102.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2564.4670487130406!2d8.256327277001226!3d50.002600671510095!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd96e4acb9bcd3%3A0x2514bedf9dd6c1fa!2sErthalstra%C3%9Fe%2010%2C%2055118%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1719915198328!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Stolpersteine wurden am 8. November 2017 in der Erthalstra\u00dfe 10 verlegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theodor Alfred Fridberg Johanna Fridberg, geb. Kahn Theodor Alfred Fridberg stammte aus einer alteingesessenen, weit verzweigten j\u00fcdischen Mainzer Familie, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts hier beheimatet war. Er wurde am 23. Oktober 1887 in Mainz geboren. Seine Eltern waren der Schirmmacher Sigmund Fridberg und dessen Frau Bertha. 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