{"id":4400,"date":"2024-02-14T15:34:35","date_gmt":"2024-02-14T14:34:35","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=4400"},"modified":"2025-06-25T16:09:40","modified_gmt":"2025-06-25T14:09:40","slug":"familie-nieteckmann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-nieteckmann\/","title":{"rendered":"Familie Nieteckmann"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:10px\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jakob Nieteckmann<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 28. Februar 1883 in Teofipol (heute: Ukraine)<\/li>\n\n\n\n<li>Deportation ab Frankfurt am Main am 12. November 1941 in das Ghetto in Minsk (heute: Belarus)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ilse Ilsa Nieteckmann<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 12. Oktober 1914 in Mainz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Deportation ab Frankfurt am Main  am 12. November 1941 in das Ghetto in Minsk (heute: Belarus)<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Emma Nieteckmann (geb. Dornhard)<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 07. Februar 1884 in Hennweiler (Landkreis Bad Kreuznach)<\/li>\n\n\n\n<li>Deportation ab Frankfurt am Main am 12. November 1941 in das Ghetto in Minsk (heute: Belarus)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sara Rebekka Rivka Nieteckmann (geb. Blumenthal)<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geboren am 24. Mai 1877 in Kirchbracht (damals Hessen-Nassau)<\/li>\n\n\n\n<li>Deportation ab Koblenz am 22. M\u00e4rz 1942 in das Ghetto Izbica bei Lublin<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Jakob Nieteckmann, geboren 1833, war der j\u00fcngste Sohn seiner Familie. Er und seine zwei Br\u00fcder \u2013 Wolf, geboren 1872, und Isaak, geboren 1876 \u2013 kamen in Teofipol (damals Sowjetunion, heute Ukraine) zur Welt. Alle drei Br\u00fcder kamen zwischen 1900 und 1905 nach Mainz. Isaak Nieteckmann lie\u00df sich zusammen mit seiner Frau Esther, geborene Goldenberg, in Mainz nieder. Jakob Nieteckmann nahm 1911 die aus Hennweiler bei Kreuznach geb\u00fcrtige Emma Dornhard zur Frau und kam gemeinsam mit ihr nach Mainz. Wolf Nieteckmann heiratete 1906 in London die aus Kirchbracht (heute Ortsteil von Birstein im hessischen Main-Kinzig-Kreis) stammende Rebekka Blumenthal und lie\u00df sich gemeinsam mit ihr 1900 in Mainz nieder. Nachdem er seit 1899 in Karlsruhe gelebt hatte, er\u00f6ffnete er in Mainz zusammen mit Markus Trugmann eine Mineralwasserfabrik in der Pfandhausstra\u00dfe 2. Markus Trugmann kam ebenfalls aus Teofipol. Ab 1907 war die Firma \u201eGebrueder Nieteckmann\u201c auf den Namen aller drei Br\u00fcder eingetragen, damals noch im Kaiser-Willhelm-Ring 78. Die Kinder aller drei Br\u00fcder wurden zwischen 1906 und 1916 in Mainz geboren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-693x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4411\" style=\"width:544px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-693x1024.jpg 693w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-203x300.jpg 203w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-768x1134.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-1040x1536.jpg 1040w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-1387x2048.jpg 1387w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-102x150.jpg 102w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Haus-Rheinallee-28-1933-scaled.jpg 1733w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Geb\u00e4ude der Familie Nieteckmann in der Rheinallee 28 in Mainz<br><sup>(\u00a9Nieteckmann)<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>1921 kauften die Br\u00fcder das Haus in der Rheinallee 28. Ihre Familien wohnten im Vorderhaus, w\u00e4hrend sie die Fabrik im Hofgeb\u00e4ude einrichteten. Bald wurde das Gesch\u00e4ft erweitert und neben Mineralwasser wurden auch Limonaden, Lik\u00f6re und Brandweine verkauft. Die Firma war nun unter dem Namen \u201eGebr\u00fcder Nieteckmann, Limonaden-, Lik\u00f6rfabrik und Weinbrennerei\u201c eingetragen, sie verkauften aber immer auch Mineralwasser.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund von franz\u00f6sischen Besatzungstruppen, die nach dem Ersten Weltkrieg in Geb\u00e4uden untergebracht werden mussten, mussten auch die Familien Nieteckmann ihre Wohnungen r\u00e4umen und waren gezwungen, auf engem Raum im Hinterhaus zu wohnen. Die franz\u00f6sischen Truppen zogen bis 1930 nach und nach aus Mainz ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Erhalt der Firma, trotz aller wirtschaftlicher Schwierigkeiten der 1920er Jahre, legten die Familien gro\u00dfen Wert auf die Bildung ihrer Kinder. Die ersten Schuljahre verbrachten alle Kinder auf der Bondi-Schule. Diese Schule der Israelitischen Religionsgesellschaft, des orthodoxen Zweigs der Mainzer J\u00fcdischen Gemeinde, wurde lange von Rabbiner Dr. Jonas Bondi geleitet. Danach gingen die M\u00e4dchen und Jungen der Familien Nieteckmann verschiedene schulische Wege, wie es in der Zeit \u00fcblich war. David, der Sohn von Wolf Nieteckmann, machte nach dem Besuch der Mainzer Oberrealschule (heute das Schlossgymnasium) eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung und fing an im Familienbetrieb zu arbeiten. Auch der j\u00fcngere Sohn Walter ging in die Mainzer Oberrealschule, doch sein Wunsch nach dem Abitur Chemie zu studieren schlug fehl, da das Studium f\u00fcr Juden*J\u00fcdinnen in Deutschland zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr m\u00f6glich war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden T\u00f6chter von Isaak, Dora und Elfriede (Friedel genannt), besuchten von 1916 bis 1923 bzw. von 1926 bis 1933 die H\u00f6here M\u00e4dchenschule Mainz, eine \u00f6ffentliche Schule der weiterf\u00fchrenden M\u00e4dchenbildung. Friedel arbeitete sp\u00e4ter als Sportlehrerin an der j\u00fcdischen Bezirksschule. Die drei S\u00f6hne von Isaak und Esther Nieteckmann verstarben schon in jungen Jahren und sind auf dem Neuen J\u00fcdischen Friedhof Mainz beerdigt. Jakobs einzige Tochter Ilse besuchte die H\u00f6here M\u00e4dchenschule von 1925 bis 1931. Sowohl Walter, als auch Friedel und Ilse waren jeweils auch schon vor 1933 in j\u00fcdischen Sportvereinen und Jugendverb\u00e4nden aktiv. Die Gr\u00fcndung eigener j\u00fcdischer Sportvereine und Jugendverb\u00e4nde in den 1920er Jahren zeugte dabei sowohl von einem gestiegenen Selbstbewusstsein vieler J\u00fcdinnen*Juden, aber auch dem Wunsch nach Eigenst\u00e4ndigkeit als Antwort auf gestiegenen Antisemitismus. Der j\u00fcdische Sportverein Bar Kochba Mainz, der seit etwa 1922 existierte, und in dem die drei Mitglieder waren, war dabei ganz deutlich zionistisch ausgerichtet und Teil des Makkabiverbandes. Im Rahmen des ersten \u2013 von Bar Kochba Mainz ausgerichteten \u2013 Gau-Sportfestes im April 1926 wurde Walter, Friedel und Ilse f\u00fcr ihr Engagement jeweils die Makkabinadel verliehen. Ein Zeitungsartikel des Mitteilungsblatts des Landesverbandes Israelitischer Religionsgemeinden Hessens aus dem Herbst 1931 belegt wiederum das Engagement von Walter und Friedel als Ansprechpartner f\u00fcr den J\u00fcdischen Jugendverein Mainz.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"714\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-714x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5399\" style=\"width:369px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-714x1024.jpg 714w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-209x300.jpg 209w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-768x1101.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-1071x1536.jpg 1071w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-1428x2048.jpg 1428w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-105x150.jpg 105w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bar_Kochba_Mai_1926_Makkabinadel_markiert-1-scaled.jpg 1785w\" sizes=\"auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Verleihung der Makkabinadel an Friedel, Walter und Ilse Nieteckmann, 1926 <br><sup><strong>\u00a9<\/strong>Universit\u00e4tsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"779\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-779x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5412\" style=\"width:402px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-779x1024.jpg 779w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-228x300.jpg 228w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-768x1009.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-1169x1536.jpg 1169w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-1559x2048.jpg 1559w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-114x150.jpg 114w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jugendverein_Nieteckmann_1931_markiert-1-scaled.jpg 1948w\" sizes=\"auto, (max-width: 779px) 100vw, 779px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Walter und Friedel Nieteckmann im Mitteilungsblatt des Landesverbandes Israelitischer Religionsgemeinden Hessens genannt als Ansprechpartner*in f\u00fcr den j\u00fcdischen Jugendverein, 1931<br><sup><strong>\u00a9<\/strong>Universit\u00e4tsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<p>Die Kunden der Firma \u201eGebrueder Nieteckmann\u201c waren oft Kantinen, \u00f6ffentliche Einrichtungen, Beamtenvereine und \u00e4hnliche Institutionen. Kunden, auf die sie sich immer hatten verlassen k\u00f6nnen. Doch nach der \u201aMacht\u00fcbernahme\u2018 der Nationalsozialisten 1933 sorgte deren Propaganda daf\u00fcr, dass sich viele Kunden von Gesch\u00e4ften j\u00fcdischer Inhaber*innen abwandten. So auch bei der Firma der Nieteckmanns, was f\u00fcr die Familien und ihr Gesch\u00e4ft schon bald finanzielle Probleme und eine Existenznot hervorrief.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"693\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-693x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4415\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-693x1024.jpg 693w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-203x300.jpg 203w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-768x1135.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-1039x1536.jpg 1039w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-1386x2048.jpg 1386w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-101x150.jpg 101w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Aufkleber-Limonadenflaschen-scaled.jpg 1732w\" sizes=\"auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aufkleber f\u00fcr die Limonadenflaschen der Firma Nieteckmann<br><sup>(\u00a9 Nieteckmann)<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"410\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-410x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4416\" style=\"width:344px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-410x1024.jpg 410w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-120x300.jpg 120w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-768x1920.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-819x2048.jpg 819w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-60x150.jpg 60w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann-Flaschenlabel-scaled.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Etikett der Firma \u201eGebr\u00fcder Nieteckmann \u2013 Weinbrennerei &amp; Lik\u00f6rfabrik\u201c<br><sup>(\u00a9 Nieteckmann)<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Isaak Nieteckmann erkannte die aufkommenden Probleme schon fr\u00fch, trat 1934 aus der Firma aus und \u00fcberlie\u00df seinen Br\u00fcdern seinen Anteil, bevor er mit seiner Frau Esther und seinen zwei T\u00f6chtern nach Pal\u00e4stina emigrierte. Isaak war gelernter Destillateur und erhoffte sich, in Pal\u00e4stina wieder eine Getr\u00e4nkefirma aufbauen zu k\u00f6nnen. Durch die komplett anderen Bedingungen und das fehlende Kapital f\u00fcr den Aufbau einer solchen Firma, misslang ihm dieser Plan jedoch und seine Familie durchlebte schwere Jahre in Armut, bevor Isaak Nieteckmann 1945 starb. Wolf und Jakob Nieteckmann, die in Deutschland geblieben waren, kamen nun in immer gr\u00f6\u00dfere Bedr\u00e4ngnis. 1934 entzog ihnen das NS-Regime die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft, weil sie nicht in Deutschland geboren worden waren. Wolf Nieteckmann starb im April 1938 mit 65 Jahren und fand seine Ruhest\u00e4tte auf dem Neuen j\u00fcdischen Friedhof Mainz. Seinem Sohn Walter war schon 1935 die Flucht nach Pal\u00e4stina gelungen. Durch den Verlust ihres Mannes, die zwangsweise Schlie\u00dfung der Firma, die Zwangsversteigerung des Anwesens in der Rheinallee 28 und die erniedrigenden Lebensbedingungen, denen J\u00fcdinnen*Juden immer st\u00e4rker ausgesetzt waren, wurde Rebekka Nieteckmann psychisch krank und lebte ab 1938 in der Jacoby\u2018schen Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn. Dies war eine Einrichtung, die 1869 insbesondere f\u00fcr j\u00fcdische Nervenkranke errichtet worden war. Sie war die letzte Einrichtung, die nach der \u201aMacht\u00fcbernahme\u2018 der Nationalsozialisten noch j\u00fcdische Patient*innen aufnehmen durfte. Dort lebte Rebekka bis 1942. Am 22. M\u00e4rz 1942 wurde sie gemeinsam mit vielen weiteren noch dort lebenden Patient*innen und Pfleger*innen ins polnische Izbica deportiert und dort ermordet. Wolf Nieteckmanns \u00e4lterem Sohn David gelang, nachdem er bis zum Schluss in der Firma gearbeitet hatte, im Sommer 1939 die Flucht in die USA.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"733\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939-1024x733.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4421\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939-1024x733.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939-300x215.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939-768x550.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939-150x107.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Kennkarte-Nieteckmann-Emma-1939.jpg 1305w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kennkarte von Emma Nieteckmann<br><sup>(\u00a9 Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland)<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Jakob Nieteckmann, der als letztes in Mainz, das damals zum Volksstaat Hessen geh\u00f6rte, geblieben war, wurde aufgefordert Hessen zu verlassen. Daraufhin ging er mit seiner Frau Emma Nieteckmann und seiner Tochter Ilse ins nahegelegene Frankfurt am Main, das damals zu Preu\u00dfen geh\u00f6rte. Dort lebten sie vom 6. M\u00e4rz 1940 bis zum 12. November 1941. Am 12. November 1941 wurden sie ins russische Minsk deportiert und dort auch ermordet.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"974\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-1024x974.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4425\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-1024x974.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-300x285.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-768x730.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-1536x1461.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-2048x1948.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Nieteckmann_Emma-Ilse-Jakob-und-Rebekka-150x143.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Seit dem 25. Januar 2023 erinnern Stolpersteine an Jakob, Emma, Rebekka und Ilse Nieteckmann.<br><sup>(\u00a9 HdE)<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Text: Renate Knigge-Tesche<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE und Filippa Albrecht<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Quellen- und Literaturhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Amt f\u00fcr Wiedergutmachung (AfW) Rheinland-Pfalz, VA 010371, 171898, 181262 u. 209976.<\/p>\n\n\n\n<p>Ancestry, Europa: Registrierung von Ausl\u00e4ndern und deutschen Verfolgten, Gemeinde Frankfurt\/Main, Liste F, Blatt 3, staatenlose Personen (Quelle: Digital Archive Bad Arolsen, ITS 137).<\/p>\n\n\n\n<p>Frenzel, Reinhard: Hinweise zur H\u00f6heren M\u00e4dchenschule Mainz.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottwaldt, Alfred\/ Schulle, Diana: Die \u201eJudendeportationen\u201c aus dem Deutschen Reich 1941\u20131945. Eine kommentierte Chronologie, Wiesbaden 2005, S. 84\u201393.<\/p>\n\n\n\n<p>Schabow, Dietrich: Die israelitische Heil- und Pflegeanstalt f\u00fcr Nerven- und Gem\u00fctskranke (Jakoby\u2019sche Anstalt, 1869\u20131942) und die sp\u00e4tere Verwendung der Geb\u00e4ude, in: Rheinisches Eisenkunstguss-Museum Bendorf-Sayn (Hg.): Die Heil- und Pflegeanstalten f\u00fcr Nerven- und Gem\u00fctskranke in Bendorf, Bendorf 2008, S. 45\u201395.<\/p>\n\n\n\n<p>Schabow, Dietrich: Zur Geschichte der Juden in Bendorf, Bendorf 1979.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz, Best. ZGS\/E3,12.<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Familienregister Nr. 40548, 41421 und 48936.Stadtarchiv Mainz: Adressb\u00fccher der Stadt Mainz inkl. Firmenverzeichnisse 1903 bis 1938.Stadtarchiv Mainz, Sign. 70\/1314 (B\u00fcrgerannahmen, hier: Wolf Nieteckmann).<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz, Sign. 71\/1345 u. 71\/1346 (franz\u00f6sische Besetzung Rheinallee 28).<\/p>\n\n\n\n<p>Statistik und Deportation der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung aus dem Deutschen Reich, URL: &lt;http:\/\/www.statistik-des-holocaust.de\/OT420322-7.jpg&gt; [aufgerufen am 08.02.2024].<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Die Stolpersteine wurden am 25. Januar 2023 in der Rheinallee 28 verlegt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d5128.095083864646!2d8.262782476921963!3d50.01046411894562!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd96ffaec944ed%3A0x63b0e60a92804257!2sRheinallee%2028%2C%2055118%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1707920922057!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jakob Nieteckmann Ilse Ilsa Nieteckmann Emma Nieteckmann (geb. Dornhard) Sara Rebekka Rivka Nieteckmann (geb. Blumenthal) Jakob Nieteckmann, geboren 1833, war der j\u00fcngste Sohn seiner Familie. Er und seine zwei Br\u00fcder \u2013 Wolf, geboren 1872, und Isaak, geboren 1876 \u2013 kamen in Teofipol (damals Sowjetunion, heute Ukraine) zur Welt. Alle drei&#8230;<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-nieteckmann\/\"><span>mehr Infos<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":104,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-4400","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4400"}],"version-history":[{"count":50,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4400\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5420,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4400\/revisions\/5420"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}