{"id":4128,"date":"2024-02-02T13:51:43","date_gmt":"2024-02-02T12:51:43","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=4128"},"modified":"2024-03-21T10:41:36","modified_gmt":"2024-03-21T09:41:36","slug":"familie-scheuer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-scheuer\/","title":{"rendered":"Familie Scheuer"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1003\" height=\"529\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/stolpersteine_Fam_scheuer-1024x693-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4359\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/stolpersteine_Fam_scheuer-1024x693-1.png 1003w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/stolpersteine_Fam_scheuer-1024x693-1-300x158.png 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/stolpersteine_Fam_scheuer-1024x693-1-768x405.png 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/stolpersteine_Fam_scheuer-1024x693-1-150x79.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1003px) 100vw, 1003px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Stolpersteine f\u00fcr die Familie Scheuer, An der Karlsschanze 16<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:10px\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hans Scheuer<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 31. Januar 1897 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>wahrscheinlich bei dem Versuch der Ausreise \u00fcber die Schweiz verhaftet<\/li>\n\n\n\n<li>zwangsweise in einem sogenannten \u201aJudenhaus\u2018 in der Kaiserstra\u00dfe 42 einquartiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 2. Oktober 1942 in Treblinka<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Liselotte Barbara Josephine Scheuer, geb. Lekisch<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 8. Februar 1908 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>wahrscheinlich bei dem Versuch der Ausreise \u00fcber die Schweiz verhaftet<\/li>\n\n\n\n<li>zwangsweise in einem sogenannten \u201aJudenhaus\u2018 in der Kaiserstra\u00dfe 42 einquartiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 2. Oktober 1942 in Treblinka<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stefan Karl Scheuer<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren 25. M\u00e4rz 1931 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>wahrscheinlich bei dem Versuch der Ausreise \u00fcber die Schweiz verhaftet<\/li>\n\n\n\n<li>zwangsweise in einem sogenannten \u201aJudenhaus\u2018 in der Kaiserstra\u00dfe 42 einquartiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 2. Oktober 1942 in Treblinka<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Claus Michael Scheuer<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geboren am 28. Dezember 1934 in Mainz<\/li>\n\n\n\n<li>wahrscheinlich bei dem Versuch der Ausreise \u00fcber die Schweiz verhaftet<\/li>\n\n\n\n<li>zwangsweise in einem sogenannten \u201aJudenhaus\u2018 in der Kaiserstra\u00dfe 42 einquartiert<\/li>\n\n\n\n<li>ermordet am 2. Oktober 1942 in Treblinka<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Fluchtland Schweiz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Zahlreiche von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen versuchten zwischen 1933 und 1945 in die Schweiz zu fl\u00fcchten. Zwar hatte der Staat den Ruf eines traditionellen Asyllandes, doch zeigte die Fl\u00fcchtlingspolitik des Landes, dass die Bereitschaft Asyl zu gew\u00e4hren, nicht f\u00fcr alle Personengruppen gleicherma\u00dfen galt. Der 1999 ver\u00f6ffentlichte Bericht einer unabh\u00e4ngigen Expertenkommission zur Rolle der Schweiz bez\u00fcglich der Flucht vor dem Nationalsozialismus sieht im weit verbreiteten Antisemitismus die Ursache daf\u00fcr, dass \u201edie Verfolgung der Juden entweder nicht richtig wahrgenommen wurde oder aus dem Wissen keine Konsequenzen zugunsten der Opfer erfolgten.\u201c (Pressekonferenz Einleitungsreferat 1999, S. 2). Trotzdem gelang rund 22.500 j\u00fcdischen Verfolgten die Flucht in dieses Land. Hilfe und Unterst\u00fctzung erhielten diese von privaten Freiwilligenorganisationen und ihren schweizerischen Glaubensgenoss*innen.<br><br>F\u00fcr die schweizerische Fl\u00fcchtlingspolitik waren zwei politische Entscheidungen von zentraler Bedeutung:<br>Die Annexion \u00d6sterreichs am 13. M\u00e4rz 1938 f\u00fchrte zu einem Anstieg der Zahl der j\u00fcdischen Fl\u00fcchtenden. Um diese Zahl einzud\u00e4mmen, erwog die Schweiz eine Visumspflicht f\u00fcr Deutsche einzuf\u00fchren, zu denen auch die ehemals \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrger*innen geh\u00f6rten. Da dies auf den Widerstand Deutschlands stie\u00df, regte die Schweiz an, einen Sichtvermerk in die Reisep\u00e4ssen \u201anichtarischer\u2018 deutscher oder ehemals \u00f6sterreichischer Staatsb\u00fcrger*innen einzutragen. Im Oktober 1938 wurde der \u201eJ\u201c-Stempel eingef\u00fchrt, der den im Reich lebenden J\u00fcdinnen*Juden die Emigration und Flucht enorm erschwerte.<br><br>Am 13. August 1942 schloss die Schweiz ihre Grenzen f\u00fcr aus \u201arassischen Gr\u00fcnden\u2018 Fl\u00fcchtende. Mittlerweile waren Informationen \u00fcber Deportationen, Konzentrationslager und Massenmorde in die Schweiz gelangt, sodass die Verantwortlichen wussten, dass abgewiesenen Schutzsuchenden der Tod drohte. Zwar kritisierte die Presse die Grenzschlie\u00dfung, und Teile der Bev\u00f6lkerung protestierten dagegen, doch wurden Tausende von Fl\u00fcchtenden an der Grenze abgewiesen. Eine menschliche Fl\u00fcchtlingspolitik h\u00e4tte diese vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten und ihrer Gehilfen bewahrt. So konnten durch den engagierten Einsatz einzelner Beamt*innen und illegal agierender Fluchthelfer*innen nach 1942 nur wenige Menschenleben durch eine gelungene Flucht in die Schweiz gerettet werden.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Hans Scheuer, geboren am 31. Januar 1897 in Mainz, entstammte einer alteingesessenen Familie, die \u00fcber vier Jahrzehnte \u2013 zusammen mit ihren Gesch\u00e4ftspartnern Plaut \u2013 die Herren und Knabenbekleidungsfabrik Scheuer &amp; Plaut mit zugeh\u00f6rigem Gesch\u00e4ft betrieb. Die Firma war 1890 von Nathan Scheuer und Josef Plaut gegr\u00fcndet worden. Nachdem Nathan Scheuer mit nur 53 Jahren im Januar 1920 verstarb, \u00fcbernahmen seine Witwe Rosa und seine beiden S\u00f6hne Walter und Hans die Gesch\u00e4fte. W\u00e4hrend Walter Scheuer, der \u00e4ltere der beiden S\u00f6hne, sich um die Auswahl der Stoffe k\u00fcmmerte, \u00fcbernahm Hans Scheuer den Vertrieb.Gesellschaftszweck der AG waren \u201eFabrikation sowie Vertrieb von Herren- und Knabenkleidern, Konfektion jeder Art im Gro\u00dfen und im Kleinen\u201c. Das Unternehmen ver\u00f6ffentlichte Kataloge mit einem reichhaltigen Angebot: Anz\u00fcge jeder Art f\u00fcr Herren vom Frack bis zum Tennis- und Strandanzug, M\u00e4ntel, Autobekleidung sowie Jungenanz\u00fcge f\u00fcr unterschiedliche Zwecke. Au\u00dferdem wurden Ma\u00dfanz\u00fcge angefertigt. Vor der NS-Zeit hatten Fabrikation und Gro\u00dfhandel einen Jahresumsatz von 5 Mio. RM, das Bekleidungsgesch\u00e4ft einen Umsatz von etwa 1,5 Mio. RM j\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" data-id=\"4133\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/ap-3840-3838-1532293753.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4133\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/ap-3840-3838-1532293753.jpg 800w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/ap-3840-3838-1532293753-300x300.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/ap-3840-3838-1532293753-150x150.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/ap-3840-3838-1532293753-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-zoooom\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1015\" data-id=\"4138\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2-1024x1015.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4138\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2-1024x1015.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2-300x297.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2-150x150.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2-768x761.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Pa98.2.jpg 1136w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Die Firma Scheuer &amp; Plaut war von Nathan Scheuer und Josef Plaut 1890 in der Pfaffengasse 17 gegr\u00fcndet worden und etablierte sich 1905 in einem repr\u00e4sentativen Firmengeb\u00e4ude mit dazugeh\u00f6rigem Bekleidungsgesch\u00e4ft in der Schusterstr. 47\u201349\/Ecke Stadionerhofstra\u00dfe.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Hans Scheuer heiratete 1930 Liselotte Barbara Josephine Lekisch. Sie war am 8. Februar 1908 ebenfalls in Mainz geboren.<br>Das Ehepaar hatte drei S\u00f6hne: den 1931 geborenen Stefan Karl, den 1933 geborenen Axel Michael, der mit nur knapp acht Monaten bereits verstarb, sowie den 1934 geborenen Claus Michael. Die Familie lebte bis 1938 in einer Wohnung An der Karlsschanze 16.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die \u201aArisierung\u2018 der Scheuer &amp; Plaut AG ein langwieriger Prozess war, da weder Walter noch Hans Scheuer noch die Plauts bereit waren, das Familienunternehmen kampflos aufzugeben, musste die Familie aufgrund des steigenden Drucks der Nationalsozialisten das zum Unternehmen geh\u00f6rende Bekleidungsgesch\u00e4ft in der Schusterstra\u00dfe bereits 1936 aufgeben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"406\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_F_a__arisierung_ScheuerPlaut_img053_d4cd83d406.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4134\" style=\"width:748px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_F_a__arisierung_ScheuerPlaut_img053_d4cd83d406.jpg 800w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_F_a__arisierung_ScheuerPlaut_img053_d4cd83d406-300x152.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_F_a__arisierung_ScheuerPlaut_img053_d4cd83d406-768x390.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_F_a__arisierung_ScheuerPlaut_img053_d4cd83d406-150x76.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><br><br>Zun\u00e4chst wurde das zum Unternehmen geh\u00f6rende Bekleidungsgesch\u00e4ft in der Schusterstra\u00dfe 47\u201349 \u201aarisiert\u2018 und im Februar 1936 unter dem Firmennamen Hans Zerr neu er\u00f6ffnet. Zerr wies in dieser Zeitungsanzeige darauf hin, dass er ein deutsches Spezialgesch\u00e4ft f\u00fcr Herrenkleidung betrieb. <\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Im Februar 1936 er\u00f6ffnete es unter dem Firmennamen Hans Zerr neu. Zerr wies in einer Zeitungsanzeige darauf hin, dass er ein <strong>deutsches<\/strong> Spezialgesch\u00e4ft f\u00fcr Herrenkleidung betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prozess der sogenannten \u201aArisierung\u2018 setzte sich fort. So wurde 1937 die Aktiengesellschaft Scheuer &amp; Plaut gel\u00f6scht, 1938 wurde die Firmenleitung drei nicht-j\u00fcdischen Prokuristen \u00fcbertragen und schlie\u00dflich wurden die bisherigen Inhaber Scheuer und Plaut 1942 aus dem Handelsregister gestrichen.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Hans Scheuers \u00e4lterer Bruder Walter, der 1940 mit seiner Familie nach Mexiko emigrieren konnte, beschreibt die Wohnung seines Bruders Hans in einer Entsch\u00e4digungsakte wie folgt: Es gab ein Speisezimmer, ein Herrenzimmer mit einer Bibliothek von ca. 2.000 B\u00e4nden mit Erst- und Sonderausgaben, ein Schlafzimmer, ein Kinderzimmer, ein Kinderspielzimmer, eine K\u00fcche mit achtflammigem Gasherd, Eisschrank und Staubsauger und ein Badezimmer. Hans Scheuer besa\u00df zudem einen Steinweg-Fl\u00fcgel. Die Familie Scheuer hatte also eine gro\u00dfe, gutb\u00fcrgerliche Wohnung in der Mainzer Oberstadt. In der Pogromnacht des 9. November 1938 wurde die Wohnung durch Arbeiter der Bekleidungsfabrik v\u00f6llig zerst\u00f6rt.  <br>Hans Scheuer wurde vom 10. bis 20. November im KZ Buchenwald inhaftiert. Die Familie zog daraufhin in das Firmengeb\u00e4ude in der Schusterstra\u00dfe 47\u201349. <\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Aber erst drei Jahre nach den Erlebnissen der Pogromnacht, hatte auch Hans Scheuer die Absicht, mit seiner Familie auszuwandern. Doch wahrscheinlich wurde die Familie bei dem Versuch der Ausreise \u00fcber die Schweiz aus dem Zug geholt. Anschlie\u00dfend wurden sie zwangsweise in einem sogenannten \u201aJudenhaus\u2018 in der Kaiserstra\u00dfe 42 einquartiert. Von dort aus wurden sie am 30. September 1942 \u00fcber Darmstadt deportiert und vermutlich in Treblinka ermordet. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg f\u00fchrte Walter Scheuer gegen alle Arisieure einschlie\u00dflich Hans Zerr insgesamt vier Wiedergutmachungsprozesse, die alle zumindest mit einem Vergleich endeten. Die \u201aArisierung\u2018 wurde insgesamt als unrechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Grabstaette_Scheuer_geni_com.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4137\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Grabstaette_Scheuer_geni_com.jpg 640w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Grabstaette_Scheuer_geni_com-300x225.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Grabstaette_Scheuer_geni_com-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Grabsteine der Familie Scheuer<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Text: Cornelia Dold und Henrik Drechsler<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise und Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alles, Heike: Familie Scheuer, in: Knigge-Tesche, Renate\/ Br\u00fcchert, Hedwig (Hg.): Der Neue J\u00fcdische Friedhof in Mainz. Biographische Skizzen zu Familien und Personen, die hier ihre Ruhest\u00e4tte haben (Sonderheft der Mainzer Geschichtsbl\u00e4tter), Mainz 2013, S. 261\u2013265 und weitere dort genannte Quellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pressekonferenz; Einleitungsreferat von Prof. Dr. Jean-Fran\u00e7ois Bergier: Die Schweiz und die Fl\u00fcchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus \u2013 die wichtigsten Ergebnisse, Bern 10. Dezember 1999, URL: &lt;<a href=\"https:\/\/www.uek.ch\/de\/presse\/pressemitteilungen\/991210d.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.uek.ch\/de\/ presse\/pressemitteilungen\/991210d.html<\/a>&gt; [aufgerufen am 18.01.2024].<\/p>\n\n\n\n<p>Schweizerische Fl\u00fcchtlingshilfe: \u00dcber uns, URL: &lt;<a href=\"https:\/\/www.fluechtlingshilfe.ch\/ueber-uns\/geschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.fluechtlingshilfe.ch\/ueber-uns\/geschichte<\/a>&gt; [aufgerufen am 18.01.2024].<\/p>\n\n\n\n<p>Sibold, No\u00ebmi: Zweiter Weltkrieg: Fl\u00fcchtlingshilfe. SIG Factsheet 2012, URL: &lt;<a href=\"https:\/\/swissjews.ch\/de\/services\/wissen\/factsheets\/zweiter-weltkrieg-fluechtlingshilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/swissjews.ch\/de\/services\/wissen\/factsheets\/zweiter-weltkrieg-fluechtlingshilfe\/<\/a>&gt; [aufgerufen am 18.01.2024].<\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngige Expertenkommission Schweiz \u2013 Zweiter Weltkrieg: Die Schweiz und die Fl\u00fcchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus, Z\u00fcrich 2001 (Ver\u00f6ffentlichungen der Unabh\u00e4ngigen Expertenkommission Schweiz \u2013 Zweiter Weltkrieg, Bd. 17), URL: &lt;<a href=\"https:\/\/www.uek.ch\/de\/publikationen1997-2000\/fberd.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.uek.ch\/de\/publikationen1997-2000\/fberd.pdf<\/a>&gt; [aufgerufen am 18.01.2024].<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/An_der_Karlsschanze_16.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4361\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/An_der_Karlsschanze_16.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/An_der_Karlsschanze_16-225x300.jpg 225w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/An_der_Karlsschanze_16-113x150.jpg 113w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stolpersteine wurden am 19. September 2023 An der Karlsschanze 16 verlegt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2565.101134884321!2d8.279936176921098!3d49.990713320358786!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd973e020cfa09%3A0xd9683780a637cc27!2sAn%20d.%20Karlsschanze%2016%2C%2055131%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1705396346041!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Scheuer Liselotte Barbara Josephine Scheuer, geb. Lekisch Stefan Karl Scheuer Claus Michael Scheuer Fluchtland Schweiz Zahlreiche von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen versuchten zwischen 1933 und 1945 in die Schweiz zu fl\u00fcchten. Zwar hatte der Staat den Ruf eines traditionellen Asyllandes, doch zeigte die Fl\u00fcchtlingspolitik des Landes, dass die Bereitschaft&#8230;<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-scheuer\/\"><span>mehr Infos<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":104,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-4128","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4128"}],"version-history":[{"count":64,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4576,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4128\/revisions\/4576"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}