{"id":3366,"date":"2022-09-19T13:26:46","date_gmt":"2022-09-19T11:26:46","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=3366"},"modified":"2022-09-19T13:26:47","modified_gmt":"2022-09-19T11:26:47","slug":"karl-kern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/karl-kern\/","title":{"rendered":"Karl Kern"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Portraet.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3402\" width=\"335\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Portraet.jpg 651w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Portraet-213x300.jpg 213w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Portraet-106x150.jpg 106w\" sizes=\"auto, (max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><figcaption><sup>\u00a9 privat<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-90b36f5b-a9b4-4d42-a96a-b6501e87ed6b\">Kurzbiografie:<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-90b36f5b-a9b4-4d42-a96a-b6501e87ed6b\"><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\" id=\"block-0a0855f1-ae09-4641-89a9-d51ae9bcf605\"><li>Geboren am 12. August 1885 in Mainz<\/li><li>Gestorben am 13. Mai 1943 in Mainz durch Suizid<\/li><\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-background wp-block-heading\" style=\"background-color:#aec2d4\">Suizide von J\u00fcdinnen*Juden vor anstehenden Deportationen                                                               <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Nach dem Zweiten Weltkrieg und der nationalsozialistischen Diktatur wurde sowohl in der Gesellschaft als auch in der Geschichtswissenschaft der \u201aHolocaust\u2018 thematisiert und erforscht. Neben der Ermordung von Millionen J\u00fcdinnen*Juden in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern wurden durch die nationalsozialistische Diktatur auch J\u00fcdinnen*Juden in den Suizid getrieben, die keinen anderen Ausweg als den Freitod mehr sahen. Im \u201aDeutschen Reich\u2018 begingen w\u00e4hrend des Nationalsozialismus mehrere Tausend J\u00fcdinnen*Juden Suizid, um so den Deportationen in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager sowie der Unterdr\u00fcckung und den Repressalien wie den fortschreitenden \u201aArisierungen\u2018 zu entkommen. Die Suizidrate in der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung des \u201aDritten Reichs\u2018 lag bei circa 1.500 Selbstmorden pro 100.000 Einwohner*innen. Auch der Mainzer Karl Kern, der die Firma \u201aBetten-Kern\u2018 von seinem Vater \u00fcbernommen hatte, beging Suizid. Sein Gesch\u00e4ft wurde schon 1937 geschlossen und anschlie\u00dfend \u201aarisiert\u2018. Kern, der mit der Katholikin Anna Katharina verheiratet war, lebte in einer sogenannten \u201aprivilegierten Mischehe\u2018 und blieb aufgrund dieser Ehe bis zum Jahr 1943 von den Deportationen der Mainzer J\u00fcdinnen*Juden verschont. Im Mai erhielt er schlie\u00dflich trotz seiner sogenannten \u201aMischehe\u2018 eine Vorladung auf die \u201aGestapo\u2018-Wache, woraufhin er keinen anderen Ausweg mehr sah, als Suizid zu begehen. Er starb am 13. Mai 1943.                                                                        Die geschichtswissenschaftliche Forschung begann sich in den 1980er Jahren f\u00fcr die Thematik der Suizide von J\u00fcdinnen*Juden w\u00e4hrend des Nationalsozialismus zu interessieren. Helmut Eschwege und Konrad Kwiet untersuchten 1984 in ihrem Buch \u201eSelbstbehauptung und Widerstand\u201c in einem Kapitel die politischen Suizide von J\u00fcdinnen*Juden im \u201aDeutschen Reich\u2018. Marion Kaplan ver\u00f6ffentlichte 1998 ihr Werk \u201eBetween Dignity and Despair: Jewish Life in Nazi Germany\u201c, in dem sie ebenfalls die Suizide der J\u00fcdinnen*Juden im NS-Staat untersuchte. Im Jahr 2001 publizierte Ursula Baumann ihr Buch \u201eVom Recht auf den eigenen Tod. Die Geschichte des Suizids vom 18. bis zum 20. Jahrhundert\u201c unter Ber\u00fccksichtigung der Suizide deutscher J\u00fcdinnen*Juden im Nationalsozialismus. 2007 erschien die Publikation \u201eErzwungener Freitod. Spuren und Zeugnisse von in den Freitod getriebener Juden der Jahre 1938 \u2013 1945 in Berlin\u201c von Anna Fischer, in der sie sich auf die Suizide der Berliner J\u00fcdinnen*Juden im NS-Regime konzentrierte. Christian Goeschel setzte sich in seinem Werk \u201eSelbstmord im Dritten Reich\u201c ausschlie\u00dflich mit den Suiziden w\u00e4hrend der nationalsozialistischen Diktatur auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Karl Kern wurde am 12. August 1885 in Mainz geboren. Er war eines von vier Kindern des Kaufmanns Heinrich Kern (1854 bis 1936) und seiner Frau Amalie, geborene Wei\u00df (1856 bis 1920). Sein Vater stammte aus Kastel, seine Mutter aus Biebrich. Die Eltern sind auf dem Neuen J\u00fcdischen Friedhof Mainz beerdigt, ebenso sein Bruder Bernhard, der mit sechs Jahren starb, sowie seine Schwester Elsa, die nur 24 Jahre alt wurde. Seine Schwester Johanna, die mit Robert Wasserburg verheiratet war, \u00fcberlebte die NS-Zeit im Versteck. F\u00fcr sie wurde in der Taunusstra\u00dfe 23 ein Stolperstein verlegt. Karl Kern besuchte das Humanistische Gymnasium und absolvierte anschlie\u00dfend eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung \u2013 vermutlich im elterlichen Gesch\u00e4ft. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat und wurde mit dem Eisernen Kreuz, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und dem Verwundeten-Abzeichen ausgezeichnet. Im Jahr 1922 heiratete er die aus Horchheim im Kreis Worms stammende Katholikin Anna Katharina Eifinger. Er selbst blieb seinem j\u00fcdischen Glauben treu. Aus der Ehe ging der einzige Sohn Bernhard Robert (genannt Bernd) hervor, er wurde christlich getauft und war in der katholischen Jugend aktiv. Anna Katharina Kern starb schon Anfang 1935 mit nur 43 Jahren, als ihr Sohn Bernd noch keine zw\u00f6lf Jahre alt war.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048-1024x224.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3369\" width=\"699\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048-1024x224.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048-300x66.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048-768x168.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048-150x33.jpg 150w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Kern-Briefkopf_000048.jpg 1531w\" sizes=\"auto, (max-width: 699px) 100vw, 699px\" \/><figcaption><strong><sup>Briefkopf aus dem Jahr 1917<\/sup><\/strong> <sup>\u00a9 privat<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Heinrich Kern hatte das bereits 1853 von seinem Vater Bernhard gegr\u00fcndete und nach dessen Tod 1875 von seiner Frau Susanna fortgef\u00fchrte Gesch\u00e4ft im Jahr 1904 \u00fcbernommen und es 1920 seinem Sohn Karl \u00fcbertragen. Urspr\u00fcnglich vertrieb die Firma \u201aEllenwaren\u2018 (Stoff \u201aam laufenden Meter\u2018) in der Augustinerstra\u00dfe 43, im Jahre 1868 wurde dann am Markt 1 eine \u201aBettenwarenfabrik\u2018 mit \u201aAusstattungsgesch\u00e4ft\u2018 er\u00f6ffnet. 1877 erwarb Susanna Kern das Haus Nummer 5 und sp\u00e4ter kaufte sie auch die Nummer 9. Wohnhaus und Hauptgesch\u00e4ft waren von nun an am Markt 5. Die offizielle Bezeichnung des Gesch\u00e4fts lautete \u201eMainzer Betten-, W\u00e4sche- und M\u00f6bel-Fabrik\u201c. Im Adressbuch war seit 1924\/25 vermerkt: \u201eKern, B., Inh. Karl Kern, Betten- und W\u00e4schefabrik\u201c.<em> <\/em>In der Ausgabe von 1934 erschien \u201aBetten-Kern\u2018 auf der \u201aJubil\u00e4ums-Liste\u2018 als einziges Gesch\u00e4ft in Mainz, das schon \u00fcber 75 Jahre bestand.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Bernd, der 1923 geborene Sohn von Karl und Anna Kern, erinnert sich wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Meine Eltern hatten zwei Gesch\u00e4fte, zum einen auf dem Markt 5 und zwei H\u00e4user weiter am Markt 9. Dort war unten ein Laden f\u00fcr Bettgestelle und f\u00fcrs \u201ewei\u00dfe Programm\u201c wie Bettlaken, Bez\u00fcge, etc. Um den Markt 5 hat sich meine Mutter gek\u00fcmmert. Im Markt 9 gab es Messingbetten, Kinderbetten, Waschkommoden f\u00fcr Kinder; im ersten Stock war die Federnkammer mit der Federf\u00fcllmaschine. Da wurden die Betten gef\u00fcllt. Im zweiten Stock sa\u00dfen zwei Tapezierer. Die haben Matratzen hergestellt oder auch aufgearbeitet. Fr\u00fcher hatte man zum Beispiel Rosshaarmatratzen ein paar Mal aufgearbeitet. Das Rosshaar wurde gewaschen, es war teuer und es war gut; darum hat sich mein Vater gek\u00fcmmert.&nbsp;[&#8230;] Das Haus Markt 9 war ein viel h\u00f6heres Haus, und es war \u201esein Revier\u201c. [&#8230;] Es musste unter den Nazis 1938\/39 an die Mainzer Aktienbrauerei \u201everkauft\u201c werden.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Weiterf\u00fchrung des renommierten Bettenfachgesch\u00e4ftes d\u00fcrfte aufgrund des Drucks durch die Nationalsozialisten sowie den Dem\u00fctigungen und Drangsalierungen, denen j\u00fcdische Firmeninhaber*innen ausgesetzt waren, zunehmend schwerer geworden sein. 1937 wurde das Gesch\u00e4ft beh\u00f6rdlich geschlossen und Karl Kern eine \u201aOrdnungsstrafe\u2018 von 5.000 RM auferlegt, weil er das \u201aSpinnstoffgesetz\u2018 nicht beachtet habe \u2013 eine Behauptung, die nicht nur im Fall \u201aBetten-Kern\u2018 als Vorwand f\u00fcr die Ausschaltung j\u00fcdischer (Textil-) Firmen genutzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesch\u00e4ft wurde schlie\u00dflich \u201aarisiert\u2018 und ging an den nicht-j\u00fcdischen Besitzer Walter Ulrich \u00fcber, sp\u00e4ter wurde es komplett geschlossen. Karl Kern musste wohl ab 1939 zwangsweise als Arbeiter t\u00e4tig sein, wobei er zun\u00e4chst in einer Chemiegro\u00dfhandlung am Neubrunnenplatz arbeitete. In einem Tagebucheintrag seines Schwagers Robert Wasserburg 1940 hei\u00dft es, er sei \u201eals Hilfsarbeiter nach Kelsterbach gekommen. Wie wird er das durchhalten? Er ist doch nur noch eine Handvoll Haut und Knochen und hat zudem einen Leistenbruch\u201c.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Bild2-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3386\" width=\"488\" height=\"101\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Bild2-2.jpg 563w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Bild2-2-300x62.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Bild2-2-150x31.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><figcaption><sup>\u00a9 privat<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>An die Familie Wasserburg war auch ein Abschiedsbrief vom 1. Juni 1940 adressiert. In diesem schreibt Karl, er glaube jetzt \u201edie letzte Leidensstation\u201c erreicht zu haben und es bliebe \u201ekein anderer Weg\u201c, so furchtbar der Entschluss sei, \u201emeinen liebsten Bernd alleine zur\u00fcckzulassen\u201c. Auf denselben Tag datiert war ein Testament, mit welchem er seinen Sohn als Alleinerben einsetzte und den Schwager Robert Wasserburg bat, bis zu dessen Vollj\u00e4hrigkeit die Vormundschaft zu \u00fcbernehmen. Weiter hei\u00dft es in dem Abschiedsbrief:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Wie sich die Verh\u00e4ltnisse entwickelt haben ist es schon besser Schluss zu machen, denn auf die Dauer h\u00e4tte ich dieses Leben nicht ertragen und Hoffnung auf Besserung besteht nicht.<\/em> <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Warum Karl im Sommer 1940 diesen Brief schrieb und anschlie\u00dfend doch keinen Suizid beging, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Er wohnte weiter im Haus am Markt 5, das offiziell seinem Sohn Bernd geh\u00f6rte. Nach der Auffassung des NS-Regimes galt es als \u201aarisches Haus\u2018 und Karl Kern lebte in einer \u201aprivilegierten Mischehe\u2018, obwohl er bereits verwitwet war. Er hatte 1942 drei gro\u00dfe Deportationen j\u00fcdischer Mainzer*innen erlebt, darunter sicher viele Freund*innen und Bekannte. Im Februar 1943 war dann nochmals eine kleinere Gruppe J\u00fcdinnen*Juden deportiert worden. Anfang 1943 begann auch die b\u00fcrokratische Erfassung der J\u00fcdinnen*Juden in \u201aMischehen\u2018 und es kam immer wieder zu Verhaftungen der \u201anichtarischen\u2018 Ehepartner*innen. Am 12. Mai erhielt Karl Kern die Vorladung zur \u201aGestapo\u2018 f\u00fcr den darauffolgenden Tag. Er sah aufgrund der geplanten Verhaftung und Deportation f\u00fcr sich keinen anderen Ausweg mehr als Suizid zu begehen. Im Sterberegister ist vermerkt, dass er am 13. Mai um 15.15 Uhr in Mainz-Weisenau \u201eauf dem Bahnk\u00f6rper unterhalb der Zementfabrik tot aufgefunden\u201c wurde.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>In Robert Wasserburgs Aufzeichnungen kann man lesen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>13. Mai 1943 \u2013 ein schrecklicher, aufregender Tag, den man nie vergessen wird! Als auch C. (Carl) deportiert werden sollte, hat er sich bei Weisenau vor den Zug geworfen! (\u2026) C. wurde verbrannt und im Grab seiner Frau A. beigesetzt. Nur wir vier, B., Liesel, Hili und ich waren dabei.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-zoooom\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/image00001-896x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3424\" width=\"521\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/image00001-896x1024.jpeg 896w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/image00001-262x300.jpeg 262w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/image00001-131x150.jpeg 131w\" sizes=\"auto, (max-width: 521px) 100vw, 521px\" \/><figcaption><sup>Foto: HdE<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Verfasser*innen: Tillmann Krach und Renate Knigge-Tesch<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><br><strong>Literaturhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Baumann, Ursula: Vom Recht auf den eigenen Tod. Die Geschichte des Suizids vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, Weimar 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcchert, Hedwig: \u201eArbeitsschlacht\u201c, \u201eArisierung\u201c, \u201eArbeitssklaven\u201c. Aspekte des Mainzer Wirtschaftslebens in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Der Nationalsozialismus in Mainz 1933-45, Terror und Alltag, Mainz 2008, S. 35-47, hier S. 42.<\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcchert, Hedwig\/ Knigge-Tesche, Renate (Hrsg.): Der Neue J\u00fcdische Friedhof in Mainz (Sonderheft der Mainzer Geschichtsbl\u00e4tter), Mainz 2013, S. 336.<\/p>\n\n\n\n<p>Eschwege, Helmut\/ Kwiet, Konrad: Selbstbehauptung und Widerstand. Deutsche Juden im Kampf um Existenz und Menschenw\u00fcrde 1933 \u2013 1945, Hamburg 1984.<\/p>\n\n\n\n<p>Fischer, Anna: Erzwungener Freitod. Spuren und Zeugnisse von in den Freitod getriebener Juden der Jahre 1938 \u2013 1945 in Berlin, Berlin 2007.<\/p>\n\n\n\n<p>Goeschel, Christian: Selbstmord im Dritten Reich, Berlin 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Haenel, Thomas: Amok und Kollektivsuizid. Selbstt\u00f6tung als Gruppenph\u00e4nomen, Paderborn 2012.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakobs, Liesel: Heimkehr in drei Jahrhunderten. Aus der Chronik einer Mainzer Familie, in: Mainzer Almanach. Beitr\u00e4ge aus Vergangenheit und Gegenwart, Mainz 1965, S. 147-184, hier: S. 175 f., 178 u. 180.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaplan, Marion: Between Dignity and Despair: Jewish Life in Nazi Germany, New York 1998.<\/p>\n\n\n\n<p>Tagebuch einer J\u00fcdischen Gemeinde 1941\/43, Mainz 1968, S. 100-101.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellenhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz: Geburtsregister 1885, Nr. 1217; Familienregister Mainz Nr. 14765, 23989 u. 46752; Heiratsregister Mainz 1922, Nr. 384; Sterberegister Mainz 1935, Nr. 85; Sterberegister Mainz-Weisenau 1943, Nr. 52; NL Oppenheim 51,20 (undatierte Liste der Belegung Mainzer \u201eJudenh\u00e4user\u201c, S. 31)<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtarchiv Mainz Bild- und Plansammlung: BPSF 741 B; BPSF 7944 A<\/p>\n\n\n\n<p>Landesarchiv Speyer: H 53 Nr. 1773 (Arisierungsliste)<\/p>\n\n\n\n<p>Familienchronik, verfasst von Wolfgang Kern: Wir danken Wolfgang Kern und Stefan Wasserburg f\u00fcr die \u00dcberlassung zahlreicher Dokumente aus dem Familienbesitz.<\/p>\n\n\n\n<p>Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-877x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3426\" width=\"380\" height=\"443\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-877x1024.jpeg 877w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-257x300.jpeg 257w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-768x896.jpeg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-1316x1536.jpeg 1316w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-1755x2048.jpeg 1755w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Am-Markt-5-129x150.jpeg 129w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d759.390468066134!2d8.272913355533028!3d49.99966527683285!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd971b0d5b68e3%3A0xfd2ca07273a1b92c!2sMarkt%205%2C%2055116%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1662993695072!5m2!1sde!2sde\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" referrerpolicy=\"no-referrer-when-downgrade\" width=\"600\" height=\"450\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Der Stolperstein wurde am 06. Mai 2022 am Markt 5 verlegt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzbiografie: Geboren am 12. August 1885 in Mainz Gestorben am 13. Mai 1943 in Mainz durch Suizid Suizide von J\u00fcdinnen*Juden vor anstehenden Deportationen Nach dem Zweiten Weltkrieg und der nationalsozialistischen Diktatur wurde sowohl in der Gesellschaft als auch in der Geschichtswissenschaft der \u201aHolocaust\u2018 thematisiert und erforscht. 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