{"id":2450,"date":"2022-02-14T15:49:36","date_gmt":"2022-02-14T14:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?page_id=2450"},"modified":"2022-05-10T12:29:27","modified_gmt":"2022-05-10T10:29:27","slug":"familie-london","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/biografien\/familie-london\/","title":{"rendered":"Familie London"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<br>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"max-london\">Max London<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 16. Mai 1885 in Twistringen (Niedersachsen)<\/li><li>Ermordet am 11. Februar 1944 in Theresienstadt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"ruth-london\">Ruth London<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 24. Juni 1921 in Mainz<\/li><li>Ermordet 1942 in Majdanek<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"selma-london-geb-cahn\">Selma London, geb. Cahn<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 14. Februar 1888 in Sobernheim<\/li><li>Ermordet am 11. Dezember 1942 in Theresienstadt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"walter-london\">Walter London<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Geboren am 20. Juli 1924 in Mainz<\/li><li>Ermordet am 17. Juni 1942 in Majdanek<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"has-background wp-block-heading\" id=\"das-judische-schulwesen-in-der-ns-zeit-und-die-judische-bezirksschule-mainz\" style=\"background-color:#aec2d4\">Das j\u00fcdische Schulwesen in der NS-Zeit und die J\u00fcdische Bezirksschule Mainz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\"><br>Mit dem \u201eGesetz gegen die \u00dcberf\u00fcllung deutscher Schulen und Hochschulen\u201c vom 25. April 1933 begannen die drastischen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr j\u00fcdische Sch\u00fclerinnen. Nach diesem Gesetz mussten Schulen bei der Neuaufnahme von Sch\u00fclerinnen darauf achten, dass die Anzahl an \u201aNichtariern\u2018 die Zahl der \u201aarischen\u2018 Sch\u00fclerinnen nicht \u00fcbersteigen durfte. Lediglich 1,5% der Sch\u00fclerinnen und Studentinnen durften \u201anichtarisch\u2018 sein. Doch das eigentliche Ziel der nationalsozialistischen Schulpolitik war die Entfernung j\u00fcdischer Sch\u00fclerinnen aus den \u00f6ffentlichen Schulen. Dazu erging am 10. September 1935, kurz vor den \u201aN\u00fcrnberger Gesetzen\u2018, ein Runderlass zur Errichtung gesonderter j\u00fcdischer Schulen. Nach den Novemberpogromen 1938 versch\u00e4rfte sich die nationalsozialistische Schulpolitik und der Ausschluss sogenannter \u201aNichtarier\u2018 aus dem \u00f6ffentlichen Schulwesen wurde weiter forciert. Durch den Ministerialerlass vom 15. November 1938 schlossen die Nationalsozialisten dann s\u00e4mtliche j\u00fcdische Sch\u00fcler*innen von allgemeinen Volksschulen und h\u00f6heren Schulen aus. Dies stellte das j\u00fcdische Schulwesen vor erhebliche Schwierigkeiten. Gerade die in kleineren Gemeinden lebenden Kinder hatten so zun\u00e4chst keinen Zugang mehr zu Bildung. So musste die<br>Reichsvereinigung deutlich mehr Lehrerinnen einstellen und zum Teil sogar einklassige Volksschulbetriebe aufnehmen. Nachdem die J\u00fcdische Bezirksschule Mainz am 24. April 1934 mit 90 Sch\u00fclerinnen ihren Lehrbetrieb aufgenommen hatte, stieg die Zahl der Sch\u00fclerinnen im n\u00e4chsten Jahr zun\u00e4chst an, sodass weitere Um- und Ausbauten des Geb\u00e4udes neben der Synagoge vorgenommen wurden. Die zunehmende Verfolgung und die damit einhergehende Zunahme an Auswanderungen j\u00fcdischer Familien aus der Region sorgte jedoch ab 1936 f\u00fcr stetige Probleme bei der Finanzierung des Schulbetriebs. Auch die Lehrpl\u00e4ne wurden der ver\u00e4nderten Situation angepasst und beispielsweise Neu-Hebr\u00e4isch zum Pflichtfach erkoren, um die Sch\u00fclerinnen auf eine Emigration nach Pal\u00e4stina vorzubereiten.<br>Die Leitung der Schule \u00fcbernahm zun\u00e4chst der Rabbiner Dr. Sali Levi, gab diese aber aufgrund weiterer beruflicher Belastungen 1936 an Dr. Eugen Mannheimer ab. Mannheimer hatte die Rolle des Schulleiters bis zum 10. November 1938 inne, als er, geschockt von den Ereignissen der Pogromnacht, gemeinsam mit seiner Frau Selbstmord beging. Daraufhin \u00fcbernahm Dr. Friedrich Sandels die Leitung, bis er diese vor seiner Emigration in die USA im September 1941 an Else Blum abgab. Else Blum war bis zur Aufl\u00f6sung der Schule im Juni 1942 als letzte Schulleiterin der J\u00fcdischen Bezirksschule in Mainz t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Ruth London wurde am 24. Juni 1921 in Mainz geboren. Sie wohnte gemeinsam mit ihren Eltern bis 1930 in der Wallaustra\u00dfe 12 in Mainz. Ihr Vater, Max London (geboren am 16. Mai 1885 in Twistringen) war von 1912 als Religionslehrer und Kantor an der Neuen Synagoge in Mainz t\u00e4tig und von 1934 bis 1936 unterrichtete er in der J\u00fcdischen Bezirksschule Mainz. Im 1. Weltkrieg wurde er mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Ruths Mutter, Selma London geborene Cahn (geboren am 14. Februar 1888 in Sobernheim), hatte zwei Geschwister und wuchs gemeinsam mit ihnen bei ihren Eltern, Leopold und Julia Cahn geborene Singer, auf. Schon drei Jahre nach Ruths Geburt kam auch ihr Bruder Walter London am 20. Juli 1924 in Mainz zur Welt. Danach zog die Familie in die Josefsstra\u00dfe 71 in Mainz.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vierj\u00e4hrigem Besuch einer Mainzer Grundschule ging Ruth von 1931 bis 1934 auf die H\u00f6here M\u00e4dchenschule (heute: Frauenlob-Gymnasium). Ihr Bruder besuchte die Leibnizschule. Ab 1939\/40 fand eine drastische Ver\u00e4nderung im Leben der Familie London statt. Sie mussten zwangsweise in das \u201aJudenhaus\u2019 am Hindenburgplatz 3 umziehen. Dort hatten sie zwei Zimmer und eine K\u00fcche zur Verf\u00fcgung, die sie mit der Familie Strauss teilen mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. M\u00e4rz 1942 wurde Ruth mit ihrem Bruder Walter und mit 1.000 weiteren J\u00fcdinnen*Juden nach Piaski deportiert. Das junge Leben von Ruth wurde ausgel\u00f6scht. Ihr Bruder wurde am 17. Juni 1942 in Majdanek, Polen, ermordet. Ihre Eltern wurden sechs Monate sp\u00e4ter am 27. September nach Theresienstadt deportiert. Ruths Mutter Selma ist noch in demselben Jahr am 11. Dezember an den Folgen unmenschlicher Behandlung verstorben. Ihr Vater Max wurde am 11. Februar 1944 ermordet.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-1024x1012.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3110\" width=\"473\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-1024x1012.jpg 1024w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-300x296.jpg 300w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-768x759.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-1536x1518.jpg 1536w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-2048x2024.jpg 2048w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Familie-London-1-150x148.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><figcaption><sup>Foto: HdE<\/sup><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Recherche: Reinhard Frenzel, Solperstein- AG<\/p>\n\n\n\n<p>Redaktionelle Bearbeitung: HdE<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-971x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2532\" width=\"426\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-971x1024.jpg 971w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-284x300.jpg 284w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-768x810.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-1456x1536.jpg 1456w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-1942x2048.jpg 1942w, https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/London-Haus-142x150.jpg 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><figcaption><sup>Foto: HdE<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stolpersteine f\u00fcr die Familie London wurden am 3. Februar 2015 in der Josefsstra\u00dfe 71 verlegt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<iframe src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d2564.0402589509304!2d8.26055831591183!3d50.01060062684067!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47bd96ff24304f7f%3A0xff0d336e63e6db32!2sJosefsstra%C3%9Fe%2071%2C%2055118%20Mainz!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1644849292001!5m2!1sde!2sde\" style=\"border:0;\" allowfullscreen=\"\" loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"450\"><\/iframe>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Max London Geboren am 16. Mai 1885 in Twistringen (Niedersachsen) Ermordet am 11. Februar 1944 in Theresienstadt Ruth London Geboren am 24. Juni 1921 in Mainz Ermordet 1942 in Majdanek Selma London, geb. Cahn Geboren am 14. Februar 1888 in Sobernheim Ermordet am 11. 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