{"id":287,"date":"2020-09-24T20:52:57","date_gmt":"2020-09-24T18:52:57","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?post_type=glossary&#038;p=287"},"modified":"2025-07-09T09:26:05","modified_gmt":"2025-07-09T07:26:05","slug":"judenhaus","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/judenhaus\/","title":{"rendered":"\u201aJudenh\u00e4user\u2018"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">In den sogenannten \u201aJudenh\u00e4usern\u2018 mussten J\u00fcdinnen*Juden auf engstem Raum mit anderen Menschen zusammenleben. Sie wurden entweder gezwungen, von ihrem eigenen Haus aus in ein \u201aJudenhaus\u2018 umzuziehen, oder sie mussten in ihrem eigenen Haus andere j\u00fcdische Familien aufnehmen. Ihr Haus wurde somit zu einem \u201aJudenhaus\u2018 umfunktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 30. April 1939 wurde das \u201eGesetz \u00fcber Mietverh\u00e4ltnisse mit Juden\u201c (Reichsgesetzblatt, 1939, Teil I, S. 864) verabschiedet. Darin verankert war die \u201egesetzliche Grundlage f\u00fcr die Konzentration von J\u00fcdinnen und Juden in sogenannten \u201aJudenh\u00e4usern\u2018\u201c (Gonsenheimer Erinnerungen, 2018, S. 71). Das Gesetz beinhaltete zwei Kernanordnungen: Erstens mussten j\u00fcdische Mieter*innen auf Verlangen eines \u201aarischen\u2018 Vermieters dessen Wohnung sofort r\u00e4umen. Und zweitens mussten j\u00fcdische Hausbesitzer*innen andere j\u00fcdische Wohnungssuchende aufnehmen. Ziel dieses Gesetzes war zum einen die bessere Kontrolle der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung aufgrund deren Zentrierung an einigen wenigen Orten und zum anderen eine Verbesserung der Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt f\u00fcr \u201eArier\u201c. \u201eIn den \u201aJudenwohnungen\u2018 waren die Menschen gezwungen, unter unertr\u00e4glichen Bedingungen auf engstem Raum zu leben. Ab September 1941 musste jedes Zimmer mit mindestens zwei Personen belegt werden.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.mainz1933-1945.de\/rundgang\/teil-i-innenstadt\/judenhaus.html\">http:\/\/www.mainz1933-1945.de\/rundgang\/teil-i-innenstadt\/judenhaus.html<\/a>). Um \u201aJudenh\u00e4user\u2018 sichtbar zu machen, mussten die Wohnungst\u00fcren mit einem schwarzen Davidstern auf wei\u00dfem Grund gekennzeichnet werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anton Maria Keim\/Verein f\u00fcr Sozialgeschichte Mainz e.V. (Hrsg.): Als die letzten Hoffnungen verbrannten. 9.\/10. November 1938. Mainzer Juden zwischen Integration und Vernichtung. Mainz 1988; darin insbes. Hans-J\u00fcrgen B\u00f6melburg: Vom Antisemitismus zum V\u00f6lkermord. Die Deportation und Ermordung der Mainzer Juden, S. 101-114.<\/p>\n\n\n\n<p>Hedwig Br\u00fcchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. In: Der Nationalsozialismus in Mainz 1933\u20131945. Terror und Alltag, hrsg. v. d. Stadt Mainz, Redaktion Wolfgang Dobras (Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Stadt Mainz, Bd. 36), Mainz 2008, S. 79-92<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtf\u00fchrer: Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz, Bearbeiter: Jan Storre, Neuauflage bearb. v. Hedwig Br\u00fcchert und Markus W\u00fcrz (Sonderheft der Mainzer Geschichtsbl\u00e4tter), Mainz 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprenger, Kai-Michael (Hrsg.): Gonsenheimer Erinnerungen. Katalog zur Ausstellung j\u00fcdische Nachbarinnen und Nachbarn zwischen Integration und Ausgrenzung, Mainz 2018 (Institut f\u00fcr geschichtliche Landeskunde an der Universit\u00e4t Mainz e.V.).<\/p>\n\n\n\n<p>Internetquellen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJudenhaus\u201c (Adam-Karrillon-Stra\u00dfe 13) ,&lt;URL: <a href=\"http:\/\/www.mainz1933-1945.de\/rundgang\/teil-i-innenstadt\/judenhaus.html\">http:\/\/www.mainz1933-1945.de\/rundgang\/teil-i-innenstadt\/judenhaus.html<\/a>&gt;[aufgerufen am 19.12.2019].<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/\" data-type=\"page\" data-id=\"264\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den sogenannten \u201aJudenh\u00e4usern\u2018 mussten J\u00fcdinnen*Juden auf engstem Raum mit anderen Menschen zusammenleben. Sie wurden entweder gezwungen, von ihrem eigenen Haus aus in ein \u201aJudenhaus\u2018 umzuziehen, oder sie mussten in ihrem eigenen Haus andere j\u00fcdische Familien aufnehmen. Ihr Haus wurde somit zu einem \u201aJudenhaus\u2018 umfunktioniert. <\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/judenhaus\/\"><span>mehr Infos<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-287","glossary","type-glossary","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary"}],"about":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/glossary"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4770,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/287\/revisions\/4770"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}