{"id":283,"date":"2020-09-24T20:50:04","date_gmt":"2020-09-24T18:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/?post_type=glossary&#038;p=283"},"modified":"2021-08-09T14:36:32","modified_gmt":"2021-08-09T12:36:32","slug":"reichsbanner-schwarz-rot-gold","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/reichsbanner-schwarz-rot-gold\/","title":{"rendered":"Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Organisation, die sich w\u00e4hrend der Zeit der Weimarer Republik f\u00fcr den Schutz der demokratischen Republik vor den Feinden von Rechts einsetzte. 1924 wurde das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold von SPD, Zentrum, DDP und kleineren Parteien gegr\u00fcndet. Die Mitglieder des Reichsbanners geh\u00f6rten zu den Gegner*innen des NS-Regimes und wurden aufgrund dessen von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcndung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold erfolgte bei einem Treffen von Sozialdemokrat*innen und Mitgliedern der DDP in Magdeburg vom 20. bis 22. Februar 1924. Viele Anwesende waren B\u00fcrger*innen Magdeburgs. Aufgrund der Anwesenheit des Parteivorsitzenden der SPD, Otto Wels, gewann die Veranstaltung weitaus mehr Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang Oktober 1924 z\u00e4hlte die schwarz-rot-goldene Vereinigung bereits 2.250.000 Mitglieder, Anfang Januar 1925 war die Zahl innerhalb weniger Monate auf 2.750.000 Mitglieder gestiegen. In der Festrede zum einj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um am 22. Februar 1925 war bereits die Rede von drei Millionen Mitgliedern. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war \u201eneben den Gewerkschaften die st\u00e4rkste Massenorganisation der Weimarer Republik\u201c (Gotschlich, 1987, S. 33).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Reichsbanner unterteilte sich von oben nach unten in Gaue, Kreise, Bezirks- und Ortsvereine, denen jeweils kollektive Leitungsorgane vorstanden, die an Mehrheitsbeschl\u00fcsse gebunden waren und nach demokratischen Prinzipien durch die Mitglieder gew\u00e4hlt wurden. Allerdings behielt sich der Bundesvorstand in entscheidenden Fragen das letzte Wort vor. Otto H\u00f6rsing erkl\u00e4rte am 1. November 1924 im Bundesorgan: \u201aIm Reichsbanner gibt es nur den Willen der Bundesleitung, nach dem Gauvorst\u00e4nde und Ortsvereine einheitlich im ganzen Reich arbeiten\u2019.\u201d (Gotschlich, 1987, S. 33).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Mainz bildete sich 1924 eine Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern dieser Gruppe geh\u00f6rte unter anderem der Kommunist Friedel Janecek. Nachdem die NSDAP in der Reichstagswahl 1930 mit \u00fcber 18 Prozent aller Stimmen an Macht gewonnen hatte, schlossen sich 1931 Reichsbanner, Gewerkschaften sowie SPD- und Arbeitersportorganisationen zur \u201eEisernen Front\u201c zusammen. Doch schon kurz nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurden das Reichsbanner und die Eiserne Front verboten. Auch nach dem Verbot ihrer Organisation setzten sich Menschen wie Janecek weiter f\u00fcr ihre Vorstellungen ein. Sie waren ein wichtiger Bestandteil sozialdemokratischen Widerstandes gegen das NS-Regime. Aufgrund ihres vehementen Einsatzes f\u00fcr Demokratie und gegen die nationalsozialistische Diktatur wurden zahlreiche Mitglieder des Reichsbanners verfolgt, in Konzentrationslagern verhaftet und ermordet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gotschlich, Helga: Zwischen Kampf und Kapitulation. Zur Geschichte des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Berlin 1987.<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich, Axel: Freiheit! Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold und der Kampf von Sozialdemokraten in Hessen gegen den Nationalsozialismus 1924\u20131938, Frankfurt am Main 1988.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/\" data-type=\"page\" data-id=\"264\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Organisation, die sich w\u00e4hrend der Zeit der Weimarer Republik f\u00fcr den Schutz der demokratischen Republik vor den Feinden von Rechts einsetzte. 1924 wurde das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold von SPD, Zentrum, DDP und kleineren Parteien gegr\u00fcndet. Die Mitglieder des Reichsbanners geh\u00f6rten zu den Gegner*innen des NS-Regimes und wurden aufgrund dessen von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt. <\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/stolpersteine-in-mainz\/glossar\/reichsbanner-schwarz-rot-gold\/\"><span>mehr Infos<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-283","glossary","type-glossary","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary"}],"about":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/glossary"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1286,"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/glossary\/283\/revisions\/1286"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stolpersteine-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}